Cognitive Load Theory (CLT)

 

[engl.] Theorie der kognitiven Belastung, Sweller et al., 1998, [KOG, MD, PÄD], hierbei handelt es sich um eine Instruktionsdesigntheorie (instructional design), die vor dem Hintergrund best. Annahmen zur kognitiven Architektur Empfehlungen zur lernförderlichen Gestaltung von Lernmaterialen gibt. In der CLT wird davon ausgegangen, dass das menschliche Arbeitsgedächtnis den zentralen Engpass beim Wissenserwerb darstellt, während das Langzeitgedächtnis als hinsichtlich seiner Kapazität unbegrenzt aufgefasst wird (Gedächtnis). Eine zentrale Aufgabe beim Instruktionsdesign besteht daher darin, die Belastung des Arbeitsgedächtnisses möglichst gering zu halten. Dabei werden in der CLT drei Belastungsarten angenommen, die Arbeitsgedächtnisressourcen beanspruchen können.

Der Intrinsic Cognitive Load (ICL) ergibt sich einerseits aus der Komplexität der zu lernenden Inhaltsdomäne, die über das Ausmaß an Elementinteraktivität definiert wird, sowie andererseits aus dem bereits in diesem Bereich vorhandenen Vorwissen eines Lernenden. Die Elementinteraktivität ist eine Funktion der Anzahl der Elemente, die gleichzeitig im Arbeitsgedächtnis aktiv gehalten werden müssen, um einen Inhalt vollst. zu repräsentieren, sowie der Anzahl der Bezüge zw. diesen Elementen. Der sich aus der Elementinteraktivität ergebende ICL kann je nach Vorwissen des Lernenden unterschiedlich ausfallen. Lernende mit hohem Vorwissen können aufgrund bereits existierender Schemata aus mehreren (interagierenden) Elementen bestehende komplexe Sachverhalte als ein Element repräsentieren (chunking), sodass sich damit der ICL reduziert. Lernende mit geringem Vorwissen müssen dagegen jedes einzelne Element und die Bezüge zw. den Elementen im Arbeitsgedächtnis aufrechterhalten. Es wird angenommen, dass der ICL nicht durch Manipulationen des Instruktionsdesigns beeinflussbar ist. Der als Extraneous Cognitive Load (ECL) deklarierte Belastungsanteil wird durch eine suboptimale Gestaltung des Lernmaterials verursacht und beeinträchtigt den Wissenserwerb. Germane Cognitive Load bez. den für produktives Lernen förderlichen Teil kogn. Belastung, der die Bildung kogn. Repräsentationen unterstützt. Diese pos. Belastung resultiert aus der Anwendung höherstufiger kogn. Prozesse, die über die reine Aufrechterhaltung der Informationen im Arbeitsgedächtnis hinausgehen (z. B. Selbsterklärungen, Elaborationen). Ziel des Instruktionsdesigns entspr. der CLT ist es, den ECL zu minimieren und die i. R. der verfügbaren Arbeitsgedächtniskapazität freigewordenen Ressourcen für in GCL resultierende Prozesse zu nutzen. Entsprechende Designempfehlungen teilt die CLT mit der Cognitive Theory of Multimedia Learning, zu der sie enge konzeptuelle Bezüge aufweist.

Kritik an der CLT bezieht sich v. a. auf die eingeschränkte empirische Überprüfbarkeit ihrer Grundannahmen zu den versch. Belastungsarten. Existierende Maße zur Erfassung der kogn. Belastung erheben die kogn. Belastung global, ohne zw. den Belastungsarten zu differenzieren. Dabei erfolgt oftmals eine Post-hoc-Entscheidung über die Art der gemessenen Belastung in Abhängigkeit von der beobachteten Lernleistung, indem bspw. eine hohe globale kogn. Belastung bei schlechten Lernleistungen als Indikator für einen hohen ECL interpretiert wird.

Verwendete Literatur

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