Corpus geniculatum laterale

 

(= C.) [engl. lateral geniculate nucleus; lat. corpus Körper, geniculatus knotig, lateralis seitlich], syn. seitlicher Kniehöcker, [BIO, WA], ist eine Teilstruktur des Thalamus (Gehirn). Die meisten der im Sehnerv (Auge, Sehbahn) gebündelt die Retina am blinden Fleck das Auge verlassenden Axone der Ganglienzellen verlaufen über das Chiasma opticum in das C., wo sie Synapsen mit nachgeschalteten Neuronen besitzen. Die ankommenden Nervenimpulse werden mit Input aus anderen Bereichen des Thalamus, des Kortex und der Colliculi superiores verarbeitet und an das primäre visuelle Kortexareal, die Area striata im Okzipitallappen weitergegeben. Das C. erhält Input von beiden Augen, aber jew. nur von einer Hälfte der Retina. Das C. der linken Hemisphäre erhält Input von den beiden linken Hälften der Retinae, das C. der rechten Hemisphäre von den beiden rechten Hälften der Retinae. Wahrnehmungen der rechten Seite des Gesichtfeldes werden somit linkshemisphärisch, Wahrnehmungen der linken Seite des Gesichtfeldes rechtshemisphärisch verarbeitet. Der Aufbau des C. ist in sechs Schichten organisiert. Die ersten beiden Schichten werden als magnozelluläre Schichten bez., die Schichten drei bis sechs als parvozelluläre Schichten. Es konnte – insbes. durch Untersuchungen an Affen (z. B. Schiller et al., 1990) – gezeigt werden, dass die magnozellulären Schichten eine frühe Stufe des dorsalen Verarbeitungsstroms, der hauptsächlich für Bewegungswahrnehmung verantwortlich ist, darstellen. Die parvozellulären Schichten bilden hingegen eine frühe Stufe des ventralen Verarbeitungsstroms, der bes. für die Wahrnehmung von Objektmerkmalen wie Farbe und Form verantwortlich ist. Bemerkenswert ist zudem, dass räumliche Relationen zw. Rezeptoren (Rezeptor) der Retina und Neuronen im C. erhalten bleiben, d. h., die Anordnung der Neuronen im C. ist retinotop.

Referenzen und vertiefende Literatur

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