Cronbach, Lee Joseph

 

(1916–2000), [HIS, DIA, FSE, PÄD], 1940 Promotion in Education an der University of Chicago, 1948–1964 Prof. an der University of Illinois, ab 1964 Prof. an der Stanford University, 1956 Präsident der American Psychological Association (APA). Er wurde v. a. bekannt durch seine Beiträge zur psychol. Diagnostik, zur Päd. Ps. und zur Programmevaluation. Durch seine Arbeiten zur Reliabilität und Validität psychometrischer Testverfahren legte er maßgeblich den Grundstein für testdiagnostische Gütestandards (Gütekriterien). Cronbachs Alpha ist das Standardmaß der internen Konsistenz psychometrischer Skalen. Aufgrund der oft unrealistischen Annahme von rein zufälligen Fehlerkomponenten in Testergebnissen entwickelte er darauf aufbauend die Generalisierbarkeitstheorie, durch die die systematische Modellierung und Bestimmung unterschiedlicher Fehlerkomponenten (z. B. Untersuchungsbedingung, Messzeitpunkt, Itemspezifität) ermöglicht wird. Das Konzept der Validität erweiterte er v. a. dahingehend, dass diese durch die theoretische Einbettung und somit durch den spezif. Interpretationsrahmen im Anwendungskontext betrachtet werden muss. In der Päd. Ps. forschte er u. a. zur optimalen Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen: Insbes. untersuchte er den Einfluss der Passung von Merkmalen der Lernsituation und Lernermerkmalen (z. B. Fähigkeiten und Interessen) auf den Lernerfolg. Cronbachs Beitrag zur Programmevaluation ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass er die flexible Nutzung von Evaluationsbefunden zur formativen Evaluation und Qualitätssicherung stärker in den Fokus rückte.