Curriculum

 

(= C.) [engl. curriculum; lat. Wett-/Umlauf], [PÄD], ähnlich wie die herkömmlichen Lehrpläne stellt ein C. zunächst einen Katalog von Zielen (Lehrziel, Lernziel) und Inhalten eines Faches, eines Schultyps oder Studiengangs dar. Mit C. ist der Anspruch verbunden, dass das C. auch die zur Realisierung der Inhalte notwendigen Materialien (Texte, Geräte usw.) und Methoden (Lehrstrategien, Lernstrategie) bereitstellt oder nennt sowie Verfahren zur Überprüfung der Erreichung der Lernziele (Lernerfolgsmessung) enthält. Solche Teacher-Proof-C., die den Lehrer nur noch als Verwaltungsorgan benötigen, treten immer mehr in den Hintergrund zugunsten von offenen C., die dem Unterricht nur die Ziele vorgeben und dem Lehrer die Auswahl von Inhalten, Methoden und Materialien überlassen bzw. ihm versch. Wahlmöglichkeiten bieten.

Ein weiteres Charakteristikum des C. gegenüber dem Lehrplan ist, dass eine weitestmögliche Transparenz bei der Auswahl von Zielen und Inhalten angestrebt wird. Sofern nicht intersubj. nachprüfbare Begründungen der jew. Schritte möglich sind, wird zumeist die intersubj. Nachvollziehbarkeit der Entscheidungsprozesse (Entscheiden) verlangt. Der Prozess der C.entwicklung geht aus von der Prämisse, dass jeder Unterricht dazu beitragen soll, Verhaltensmöglichkeiten zu erweitern und zu erwartende Lebenssituationen zu bewältigen (s.a. Kompetenz). In einem ersten Schritt müssen also solche möglichen Situationen analysiert und antizipiert werden; danach müssen Qualifikationen definiert werden, die zur Bewältigung dieser Situationen von Nutzen sind; auf einer dritten Ebene werden dann Inhalte ausgewählt, die diese Qualifikationen vermitteln. Dieses Konzept (Robinsohn, 1972) steht – mehr oder weniger eindeutig – hinter jeder theoretischen Begründung curricularer Arbeit. Weiterhin impliziert – idealtypisch gesehen – der Begriff C. eine Überprüfung hinsichtlich der Erreichung der von ihm verfolgten Ziele (s.a. Bildungsevaluation). Der C.evaluation kommt daher die Aufgabe zu, zu ermitteln, in welchem Maß die im C. aufgeführten Inhalte in Verbindung mit den Materialien und Methoden zur Erreichung der Ziele des C. beitragen. Formative Evaluation überprüft das C. während seiner Entwicklungsphase und parallel hierzu, während summative Evaluation das fertige C. nach abschließendem Entwicklungsprozess einer Überprüfung unterzieht.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.