deklarativ-metakognitives Wissen, Entwicklung

 

[engl. declarative metacognitive knowledge; lat. declarare deutlich/kenntlich machen], [EW, KOG], deklarativ-metakognitives Wissen (= d. W.) syn. deklarative Metakognition, metakognitives Wissen, meint das faktisch verfügbare und verbalisierbare Wissen über kogn. Zustände (Kognition) und Prozesse. Der Begriff deklaratives Metagedächtnis wird häufig syn. verwendet, bezieht sich jedoch etwas spezif. auf das Wissen um Gedächtnisvorgänge. Die Forschung zur Metakognition geht auf die Arbeiten von John Flavell (1979b) zurück. D. W. wird unterteilt in Wissen über Personenvariablen (gedächtnisrelevante Charakteristika der eigenen Person oder anderer Personen, z. B. das Alter), Aufgabenvariablen (Merkmale, die eine Aufgabe erschweren oder erleichtern können, z. B. die Länge einer zu lernenden Wortliste) und Strategievariablen (Einspeicherungs- und Abrufstrategien, die die Lernleistung beeinflussen). D. W. wird meist über Fragebögen oder Interviews erfasst. Im Kindergarten- und Vorschulalter verfügen Kinder bereits über grundlegendes d. W., z. B. verstehen sie, dass man Dinge vergessen kann. Das d. W. nimmt während der Grundschuljahre v. a. im Hinblick auf spezif. Aufgabenvariablen und Strategievariablen deutlich zu (z. B. das Wissen, dass Gegensatzpaare leichter zu lernen sind als zufällig verknüpfte Wortpaare, Wissen über die Nützlichkeit von semantischen Kategorisierungsstrategien). Metakognitives Wissen zu komplexeren Aufgabenstellungen wie z. B. Wissen über Strategien der Textverarbeitung wird häufig erst während der Adoleszenz erworben. Die Relevanz von d. W. für den Erwerb und die Anwendung von Strategien, für Gedächtnisleistungen i. Allg. und für das Lese- und Textverständnis (Lesekompetenz) ist empir. gut dokumentiert (Schneider & Lockl, 2006).

Referenzen und vertiefende Literatur

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