Diabetes mellitus

 

( = D.) [engl. diabetes mellitus, psychosocial influencing factors], kurz: Diabetes, umgangssprachlich Zuckerkrankheit, [BIO, PHA], häufigste Stoffwechselerkrankung des Menschen, die mit erhöhten Blutzuckerkonzentrationen und einer Ausscheidung von Glukose im Urin einhergeht. Die Prävalenz von D. steigt in Dt. wie in allen industrialisierten Ländern seit 1960 kontinuierlich an, sie wird in Dt. auf inzw. fast 10% geschätzt. Der Anstieg ist vor allem auf eine Zunahme des sog. Typ-II-D. zurückzuführen. 90% aller D.-Fälle entfallen auf den Typ-II-D., 10% auf den Typ-I. Beim Typ-I.-D., der oft im Kindes- und Jugendalter beginnt, sind die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Langerhans-Inseln des Pankreas (= Bauchspeicheldrüse) zerstört, es kommt zum absoluten Insulinmangel. Beim Typ-II-D. ist die Insulinproduktion meist (zunächst) intakt, es entwickelt sich jedoch eine Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel. Der Typ-II-D. ist oft mit Übergewicht und einem metabolischen Syndrom assoziiert. Seine Prävalenz nimmt mit dem Alter zu, bei über 70-Jährigen sind mehr als 20% betroffen. Eine Therapie mit vielen Psychopharmaka führt oft zu einer gestörten Glukosetoleranz und in der Folge zum Typ-II-D. Unbehandelt hat ein D. vielerlei Organschädigungen (Blutgefäße, Herz, Hirn, Niere, periphere Nerven, Auge u. a.) zur Folge.