Diabetes mellitus, psychosoziale Einflussfaktoren

 

[engl. diabetes mellitus, psychosocial influencing factors], [GES], Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung (chronische Erkrankungen), die potenziell lebensbedrohlich ist, wenn sie nicht adäquat behandelt wird. Sie beruht auf einem Ungleichgewicht zw. der Menge des in der Bauchspeicheldrüse produzierten Insulin, welches für die Verarbeitung von Glukose benötigt wird, und des Bedarfs an Insulin im Körper. Sofern dieses Ungleichgewicht nicht ausgeglichen wird, steigt der Glukosegehalt im Blut und daraus resultieren auf Dauer schwere Schädigungen von Nervenzellen (Neuron) mit Folgeschäden für versch. Organsysteme. Für die adäquate Behandlung bieten sich unterschiedliche Optionen: Gewichtsreduktion, Zunahme körperlicher Aktivität, medikamentöse Aktivierung der Bauchspeicheldrüse oder Insulininjektionen. Die Auswahl der Optionen ist abhängig vom Behandlungsstadium und den Voraussetzungen des Pat., sie werden ggf. in Kombination eingesetzt. Allen Optionen ist gemeinsam, dass ihre zuverlässige und erfolgreiche Umsetzung vom Pat. im Alltag geleistet werden muss bzw. dass ihm die entscheidende Rolle bei der Behandlung zukommt. Bereits sehr früh im letzten Jhd. und prototypisch für andere chronische Erkrankungen wurde in der Diabetologie daher erkannt und allg. akzeptiert, dass psychosoziale Faktoren maßgeblich sind für den Verlauf und die Prognose der Erkrankung bzw. den dauerhaften Erfolg einer Diabetesbehandlung.

Entscheidend ist, inwieweit es dem Betroffenen vor dem Hintergrund seines sozialen, kult., familiären und beruflichen Umfeldes und seiner persönlichen Situation gelingt, die erforderlichen Behandlungen umzusetzen. Es geht darum, Wissen und Fertigkeiten zur Selbstbehandlung und die Fähigkeiten zu deren Umsetzung im Alltag zu erwerben; die Erkrankung und damit verbundene Einschränkungen und Behandlungserfordernisse emot. und kogn. zu akzeptieren (Krankheitsbewältigung), die Lebensgewohnheiten bedarfsgerecht zu verändern, um eine erfolgreiche Selbstbehandlung leisten zu können, erfolgreich mit Krisen, Problemen oder anderen Erkrankungen umgehen lernen, die den Umgang mit dem Diabetes mellitus erschweren können (bzw. bes. Komplikationen bedeuten können; z. B. psychosoziale Belastungen (Belastung, psychische), psych. Probleme wie Depressionen, ÄngsteEssstörungen oder Abhängigkeitssyndrome.

Auf dieser Grundlage gibt es inzw. zahlreiche evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen (evidenzbasierte Behandlung) und Patientenschulungen, die insbes. die psychosozialen Belastungsfaktoren sachgerecht thematisieren.

Referenzen und vertiefende Literatur

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