Diagnostik, sozialpsychologische

 

(= s.D.)  [engl. socio-psychological diagnostics/assessment], [DIA, SOZ], in der Sozialpsychologie werden heute i. d. R. psychometrisch (Psychometrie, Gütekriterien) konstruierte Frage- und Beobachtungsbögen für die Diagnostik der sozialen Einstellungen (Einstellungsskalen) eingesetzt. Auch die Möglichkeiten zur computervermittelten Kommunikation (Computerbasierte Diagnostik) werden immer stärker zur Analyse des Interaktions- und Kommunikationsverhaltens genutzt. Insbes. historisch sind folg. Verfahren von Bedeutung, die zur Diagnostik sozialps. Kontrukte eingesetzt wurden: (1) Kontaktsituationen mit einem oder wenigen Partnern: Hierher gehören die Partnerversuche von Hanselmann, Henning, wobei es sich um Aufgaben wie gemeinsames freies Zeichnen oder Werken (Ausschneiden u. a.) handelt. Auch an Bilder oder Vorlagen anknüpfende Gespräche sind entwickelt worden. (2) Gruppensituationen: Anstoß gab hier die Wehrmachtsps. der 1920er-Jahre mit dem Bedürfnis, das sog. Führerverhalten zu ermitteln. Rundgespräche, Führerproben und sog. Befehlsreihen (d. h. Handlungstests) wurden dafür entwickelt. In den USA trat das Office of Strategic Service (OSS) mit Debatte-Tests, Diskussions-Tests und Interview-Tests bes. hervor. Eine weitere Möglichkeit für die Gruppensituation bietet das Psychodrama von J. L. Moreno, dessen Rollenspielen zwar psychoth. angelegt ist, aber gut an die s. D. angepasst ist. (3) projektive Tests: Auch der TAT (Murray; Thematischer Apperzeptionstest (TAT)) oder Gestaltungstests wie die von Shneidman, Staabs wurden für die s. D. herangezogen. Ersterer war zudem Ausgang für Testkonstruktionen unter der Bez. Interpersonal Fantasy Test. (4) Soziometrie: Das von Moreno entwickelte Soziogramm hat eine Reihe von Verfahren zur s. D. veranlasst, bei denen mit dem interpersonalen Auswählen innerhalb eines best. Personenkreises der Pb seine eigene soziale Einstellung offenlegt.