Dialektik

 

(= D.) [engl. dialectics; gr. διαλεκτική (τέχνη) (dialektike (techne)) Unterredungskunst], [PHI], die Kunst der Beweisführung – die Wissenschaft der Logik. So wurde der Begriff bis zur Neuzeit gebraucht. Kant entwertete ihn: D. ist Pseudophilosophieren. Hegel bahnte den Weg zum heutigen Gebrauch des Begriffs: Er machte die D. zur Methode seines Philosophierens (Thesis – Antithesis – Synthesis) und zum Inhalt seiner Philosophie (etwa: Subj. Geist – Obj. Geist – Absoluter Geist). Über Karl Marx wurde der dialektische Materialismus (Thesis = Kapitalismus – Antithesis = Diktatur des Proletariats – Synthesis = Klassenlose Gesellschaft) zum politischen Begriff. Über Kierkegaard hat sich eine Dialektische Theologie entwickelt (Karl Barth u. a.). Auch in der Ps. ist die D. von Bedeutung, bes. als dialektisches Verfahren, d. h. als eine unter weitgehendem Verzicht auf vorgefasste Theorien und Methoden sich rein aus dem Pro und Kontra entwickelnde Auseinandersetzung zur Klärung offener Fragen und Probleme.