Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)

 

[engl. dialectic behavior therapy], [KLI], gegenwärtig die am häufigsten untersuchte Behandlungsform der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Die Behandlungsstruktur des ambulanten Konzepts umfasst: (1) Einmal wöchentlich stattfindendes Fertigkeitentraining aus vier Modulen (Achtsamkeit, Emotionsregulation, interpersonelle Wirksamkeit, Stresstoleranz) in der Gruppe über einen Zeitraum von einem Jahr; (2) Einzeltherapie (2 Jahre, mit ein bis zwei Wochenstd.); (3) vereinbarte Telefonberatung durch den Einzeltherapeuten in akuten Krisen; (4) wöchentliche Supervisionsgruppe. Inhaltlich gliedert sich der Ablauf der Therapie in hierarchisch aufeinander aufgebaute Therapiephasen mit versch. Behandlungszielen und -strategien: (1) Vorbereitungsphase: Vermittlung von Informationen über die psych. Störung und die Behandlungsbedingungen. Telefonkontakte werden mit dem Einzeltherapeuten für akute Krisen vereinbart und früher erfolgte Therapieabbrüche sowie frühere suizidale und selbstverletzende Verhaltensweisen werden analysiert. (2) Erste Therapiephase: Schrittweise Bearbeitung der vereinbarten Problembereiche. Erstellung einer detaillierten Verhaltensanalyse, Einübung von Bewältigungsverhalten (Bewältigungsstrategien) in der Einzel- und Gruppentherapie. Hierarchisch priorisierte Bearbeitung folg. Problembereiche im Therapieverlauf: suizidales und selbstverletzendes Verhalten, therapiegefährdendes Verhalten (z. B. häufiges Fehlen oder Zuspätkommen zu Therapiesitzungen) und die Lebensqualität beeinträchtigendes Verhalten (z. B. feindliches Auftreten, impulsives Einkaufen und Verschuldung). (3) Zweite Therapiephase: Thematisierung häufig erlittener sexueller, physischer oder emot. Misshandlungen sowie Vernachlässigungen. Die Pat. werden mit belastenden Emotionen exponiert und dazu angeleitet, dissoziative Zustände im Selbstmanagement zu bewältigen. In einer Metaanalyse (Kliem et al., 2010) zeigte sich, dass die DBT bei BPS eine moderate Wirksamkeit hinsichtlich der allg. Symptombelastung und des suizidalen bzw. selbstverletzenden Verhaltens aufweist. In den Nachbefragungen kam es zu einer leichten Reduktion des Therapieerfolgs. Das Konzept wurde inzw. für das stationäre Setting adaptiert. Es gibt zahlreiche Modifikationen für spezif. Anwendungsbereiche (z. B. für Jugendliche, Erwachsene mit BPS und zusätzlich Essstörungen und Angststörungen, Straftäter).

Referenzen und vertiefende Literatur

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