digital divide

 

(= d.) [engl.] digitale Kluft, [MD], ist eine Variante bzw. Weiterentwicklung der Wissenskluft-Hypothese (= W.). Beide Konzepte nehmen an, dass bestimmte soziale Faktoren zu einem unterschiedlichen Zugang zu Medien bzw. zu einer unterschiedlichen Mediennutzung und unterschiedlichem Wissenserwerb führen (Medienpsychologie). Außerdem gehen beide Konzepte von einer Vergrößerung der sozialen Kluft im Laufe der Zeit aus. Allerdings fokussiert die d. v. a. auf Unterschiede hinsichtlich der Zugangschancen zu digitalen Kommunikationstechnologien, wohingegen sich die W. auf Unterschiede hinsichtlich des Wissenserwerbs infolge der Mediennutzung bezieht. Bei den Zugangschancen ist zw. formalem (v. a. technischem) Zugang einerseits und psychol. Aspekten des Zugangs anderseits zu unterscheiden. Die psychol. Aspekte befassen sich mit Unterschieden hinsichtlich notwendiger Kenntnisse und Fähigkeiten für die Nutzung von Kommunikationstechnologien sowie mit Unterschieden hinsichtlich der Aufgeschlossenheit einer Person gegenüber diesen Technologien. In der Forschung zur d. finden v. a. soziodemografische Aspekte wie Alter, Geschlecht und Ethnie Beachtung, während für die W. sozioökonomische Aspekte relevant sind. Die Bedeutung der d. resultiert aus der Annahme, dass indiv. Erfolg in einer Wissensgesellschaft stark vom Zugang zu Informationen abhängig sei. Durch ungleiche Zugangschancen würden deshalb best. Gruppen sozial benachteiligt. Diese Überlegungen gelten auch für die Zugangsbenachteiligung best. Weltregionen, etwa in Entwicklungsländern (global divide).

Referenzen und vertiefende Literatur

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