Dilemma, soziales

 

[engl. social dilemma; gr. δίσ- (dis) zwei, λημμα (lemma) Annahme], [SOZ], zentrales Merkmal der versch. Formen sozialer Dilemmata ist der Konflikt zw. dem Eigeninteresse eines Einzelnen und dem Gesamtinteresse einer Gruppe oder einer Gesellschaft. Beim sog. Commons Dilemma (Tragik der Allmende) wird durch die indiv. übermäßige Nutzung eine Ressource oder ein Gut, die bzw. das allen gehört (Umweltzerstörung z. B. von Freizeiteinrichtungen wie Seen und Wäldern durch übermäßige Nutzung), geschädigt oder zerstört. Da das indiv. Eigeninteresse im Mittelpunkt steht, wird der Schaden für das Gesamtinteresse nicht angemessen in Rechnung gestellt. Beim sog. Public Goods Dilemma nutzen Menschen Angebote und Einrichtungen, obwohl sie zu deren Aufrechterhaltung keinen oder nur geringe Beiträge leisten (Sporteinrichtungen, Gewerkschaftsaktivitäten etc.). Der Kollaps des Gesamtsystems aufgrund des egoistischen Selbstinteresses (Egoismus) ist allerdings geringer, als man annehmen sollte, da entspr. Konfliktstrategien verwendet werden, um den Einfluss sozialer Dilemmata zu minimieren.

Referenzen und vertiefende Literatur

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