distinctive feature

 

(= d.) [engl.] distinktives Merkmal; [lat. distinguere unterscheiden], [KOG], ein Phonem wird als Segment erkannt, wenn es die min. Anzahl d. enthält, die erforderlich sind, um es von einem anderen Phonem zu unterscheiden. In der strukturellen Phonologie unterscheiden sich zwei Phoneme durch mind. ein Merkmal (z. B. [p] und [t] sind zwar beide stimmlose Explosivlaute, sie unterscheiden sich jedoch durch das Merkmal Artikulationsort: bilabial/dental). Dieses Unterscheidungsmerkmal wird daher d. genannt. In der Theorie der binären Distinktion werden alle in einer best. Sprache relevanten Merkmale systematisch dargestellt (Merkmalsmatrix). Diese Darstellungen beruhen auf den (öfters veränderten) zwölf d. von Jakobson, Fant und Chomsky & Halle (1968) und Jakobson & Halle (1956). Diese überwiegend akustisch definierten Merkmale sind z. B. vokalisch/nicht vokalisch, stimmhaft/stimmlos. Jedes Merkmal ist ein physikal. Kontinuum, das durch seine beiden Endpunkte spezifiziert wird (binär; binary feature system). Die Summe der Merkmale repräsentiert die universellen menschlichen Artikulationsmöglichkeiten. Die einzelnen Sprachen unterscheiden sich durch die unterschiedliche Auswahl der Merkmale. Werden die Merkmale in einer best. Hierarchie angeordnet, können die Phoneme einer Sprache in einem Abhängigkeitssystem erfasst werden. In der strukturellen Phonologie bilden sie dagegen unabhängige Teilsysteme. Die überwiegend artikulatorisch definierten d. der generativen Phonologie (Halle, 1964) lassen sich trennen nach Artikulationsort (coronal anterior, high, low, back, rounded, distributed) und Artikulationsart (nasal, continuant, strident, lateral, delayed release) (Ladefoged, 1971).

Verwendete Literatur

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