dorsaler Pfad

 

(= d. P.) [engl. dorsal pathway; lat. dorsum zum Rücken], [BIO, KOG, WA], bez. bestimmte Gehirnregionen im Okzipital- und Parietallappen des Gehirns. Es wird angenommen, dass der d. P. eine wichtige Rolle in der Lokalisation von Gegenständen spielt. In das Gehirn eintreffende visuelle Informationen werden zur Weiterverarbeitung von der primären visuellen Sehrinde (V1; visuelle Wahrnehmung) aus an eine Vielzahl von weiteren Gehirnregionen gegeben. Obwohl diese sehr komplex und auf zahlreiche Art miteinander verschaltet sind, zeigen sich zwei Haupt-Verarbeitungskanäle: der d. P. und der ventrale P. Beide gehen von V1 aus, wobei der d. P. bis in die hintere Parietalrinde des Gehirns reicht (Ungerleider & Mishkin, 1982). Hinsichtlich der Verarbeitung von Informationen spielen beide P. eine unterschiedliche, aber dennoch komplementäre Rolle. Im klassischen Sinn werden Informationen, die zur Identifizierung eines Gegenstandes dienen, im ventralen Pfad verarbeitet – man nennt diesen auch Was-Pfad. Informationen zu der Lokalisation eines Gegenstandes werden im d. P. verarbeitet, womit dieser auch als «Wo-Pfad» bez. werden kann. Nach neuen wiss. Erkenntnissen verarbeitet der d. P. die Lokalisation eines Gegenstandes auch im Hinblick auf dessen Handhabung; deshalb wird der d. P. auch action stream genannt. Hierzu ist es notwendig, dass die Informationen im d. P. in Relation zum Beobachter analysiert werden. Zusätzlich müssen die Informationen unentwegt im d. P. verarbeitet werden, da in den wenigsten Fällen die räumliche Position des Gegenstandes und/oder des Beobachters konstant bleibt. Da Informationen bzgl. der Handhabung eines Gegenstandes verarbeitet werden (z. B. wie kann ein Gegenstand aufgehoben werden), wird der d. P. auch als Wie-P. bez.

Referenzen und vertiefende Literatur

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