Dorsch, Friedrich Karl Georg

 

(1896–1987), [HIS], überwiegend praktisch tätiger dt. Psychologe. Krankheitsbedingte Zurückstellung vom Wehrdienst im Ersten Weltkrieg. Ab 1919 Studium in Basel und Freiburg/Br. der Fächer Philosophie, Ps., Pädagogik, Kunstgeschichte und Grundlagenfächer der Med.; 1923 Promotion zum Dr. phil. bei Karl Joel in Basel mit der Arbeit «Über das Wesen der Kausalität: eine kritisch-pos. Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung der Realitätsfrage der Kausalität». Von 1923 bis 1929 Tätigkeiten bei einer Bank, freier Mitarbeiter von Zeitungen, danach angestellter Schriftleiter; 1930 Berufsberater beim Arbeitsamt Darmstadt, 1931–1934 Tätigkeit beim Arbeitsamt Pforzheim. 1931 führt Dorsch für Prof. Giese von der TH Stuttgart psychotechnische Untersuchungen in der Pforzheimer Uhrenindustrie durch. 1934 wird er an das Landesarbeitsamt Stuttgart versetzt und Assistent von Giese. Nach dem Tode von Giese 1935 bleibt Dorsch Fachpsychologe des Landesarbeitsamtes Stuttgart bis Kriegsende. Im Jahr 1939 wird er Heerespsychologe. Im gleichen Jahr legt er gemeinsam mit dem Psychiater H.W. Gruhle eine Neubearbeitung des Lehrbuchs der Ps. von Theodor Elsenhans vor. Nach Kriegsende wird Dorsch zunächst Referent für Berufsberatung in Stuttgart; 1945 Tätigkeit beim Arbeitsamt Reutlingen, Nebenstelle Tübingen. An der Universität Tübingen gründet er das Akademische Berufsamt und wird dessen Leiter. 1946 bemüht sich der damalige Lehrstuhlinhaber Oesterreich um einen Lehrauftrag für Dorsch für Vorlesungen und Prüfungen in Psychotechnik. Im Wintersemester 1947/48 erhält Dorsch den Lehrauftrag für Angewandte Ps. an der Universität Tübingen; diese Lehrtätigkeit nimmt Dorsch bis zum Wintersemester 1970/71 wahr. Ab 1947 ist Dorsch auch Prüfer bei den Diplomprüfungen für Psychologen im Fach Angewandte Ps. 1950 besorgt Dorsch die 4. Aufl. des Ps. Wörterbuchs von Fritz Giese, zunächst unter den Namen «Dorsch-Giese», spätere Aufl. erschienen unter «Dorsch». Wiss. Schwerpunkte von Dorsch bilden die Berufseignungsdiagnostik sowie fachpraktische und fachhistorische Fragen der Angewandten Ps. 1955 erfolgt die Ernennung zum Honorarprof. für angewandte Ps.. 1958 wird Dorsch als Berufsberater pensioniert, arbeitet aber im Akademischen Berufsamt bis 1966 weiter.

Referenzen und vertiefende Literatur

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