Dysphrasie

 

[engl. dysphrasia; gr. δυσ- (dys-) miss-, φράσις (phrasis) Ausdruck, Redeweise], [KLI, KOG],  Oberbegriff für die inhomogenen und häufig sich überschneidenden Phänomene abweichenden (psychotischen) Sprachverhaltens. Sie sind nicht als Symptome für jew. umschriebene Krankheitsformen anzusehen und lassen sich weder nach linguistischen noch nach perzeptiv-motorischen Kriterien hinreichend beschreiben. Nicht Teilfunktionen in der Benutzung der Sprache als eines Systems von Zeichen zum Informationsaustausch sind hier gestört (Sprachstörungen, Aphasie), sondern das Gleichgewicht der versch. zentralen Aktivierungsfunktionen und Tonusregulationen oder die zentrale Organisation von Spontaneität und Lebensfeld und damit das kommunikative, expressive, affektive und emot. Gesamtverhalten. Die Sprachgebilde sind dabei ihres Zeichencharakters (Semiotik) häufig entledigt. Die daraus entstehende Vielzahl an Sprachphänomen können in Destruktion, Reduktion oder Neoformation der Sprache und Einzelphänomene unterschieden werden; auch Störungen der Prosodie und psychotische Stimmstörungen finden hier Berücksichtigung. Für das Kindesalter ist ferner die Unterscheidung zw. frühkindlichem Autismus mit dem Kennzeichen der fehlenden Sprachentwicklung und kindlicher Schizophrenie mit Verhaltensauffälligkeit nach anfangs normaler Entwicklung notwendig.