Effektgröße

 

[engl. effect size], syn.  Effektstärke, [FSE], eine Standardisierung von stat. Kennwerten, welche die ermittelten Effekte vergleichbar macht. Effektgrößen können a posteriori für Mittelwertsdifferenzen (t-Test), Zusammenhänge (Korrelation) etc. berechnet werden. Ein stat. Effekt liegt hierbei vor, wenn bei der entspr. stat. Testung (Signifikanztest) des Effekts die Nullhypothese (= es gibt keinen Effekt) abgelehnt und somit die Alternativhypothese angenommen wird. Dies wird vorausgesetzt, um eine Effektgröße sinnvoll interpretieren zu können. Die Effektgröße verdeutlicht die praktische Relevanz der gefundenen Effekte und ist von der Stichprobengröße unabhängig, während die Steigerung der Teststärke durch zunehmenden Stichprobenumfang auch bei kleinen bzw. unbedeutenden Effekten zur Ablehnung der Nullhypothese führen kann. Somit können Effektgrößen Effekte unabhängig von Stichprobengröße oder Messinstrument (bzw. Merkmalsstreuung) vergleichbar machen. Zur Bewertung von Effektgrößen hat Cohen (1988) für versch. Effektgrößenmaße eine Einteilung in kleine, mittlere und große Effekte vorgeschlagen, wobei dieser Vorschlag nur als Richtlinie gesehen werden kann. Es empfiehlt sich immer eine Einordnung der Effektgröße mit vergleichbaren Studien.

(1) Für einige stat. Verfahren stellt der ermittelte Kennwert selbst schon eine Effektgröße dar (z. B. Korrelationskoeffizient) mit |r| = ,1 kleiner Effekt, |r| = ,3 mittlerer Effekt und |r| = ,5 großer Effekt, während für andere Verfahren die Effektgröße ermittelt werden muss.

(2) Einfache Mittelwertsvergleiche: Cohens d, standardized effect size (SES), standardized response mean (SRM), Hedges g, Glass’s delta.

(3) Varianzanalysen (Varianzanalyse): eta-Quadrat, partielles eta-Quadrat, omega-Quadrat, partielles omega-Quadrat.

(4) Für dichotome oder kategoriale Merkmale basieren Effektgrößenmaße auf Odds Ratio. Effektgrößen stellen auch eine wichtige Grundlage von Metaanalysen dar, i. R. derer die Effektgrößen zu einer gemeinsamen Effektgrößenschätzung integriert werden. Zudem kann durch die Angabe der erwarteten Effektgröße der optimale Stichprobenumfang bestimmt werden. Effektgrößen, orientierende Beurteilungshilfen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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