Eignung

 

(= E.) [engl. aptitude], [AO, PÄD], das Insgesamt der im Individuum liegenden Bedingungen für das Eintreten pos. bewerteter Ereignisse im Berufsleben oder in der Schullaufbahn. Derartige Ereignisse sind z. B. der erfolgreiche Abschluss eines Ausbildungsganges oder das Tätigbleiben im erlernten Beruf (oder in einem Beruf, in dem die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen verwertet werden können). E. ist auch dadurch gekennzeichnet, dass sie sich dicht an die komplexe Lebenswirklichkeit hält und sich an den durch sie nahegelegten Bewertungskategorien orientiert (stärker als die abstraktere Fähigkeit und die Fertigkeit, die einzelne Verrichtungen isoliert betrachtet). Der E.begriff ist neutral gegenüber der Entstehungsgeschichte der jew. angesprochenen indiv. Merkmale (durch Übung erworben bzw. weitgehend anlagebedingt) und gegenüber den indiv. unterschiedlichen Bedingungen beim Zusammenwirken von Fähigkeiten und Fertigkeiten einerseits, Antrieben und Motiven andererseits. Er impliziert die Vorstellung von relativ Zeit überdauernden indiv. Verhaltensmerkmalen. Weiter schließt der E.begriff ein best. mittleres Maß an Abhängigkeit von den Bedingungen des Arbeitsmarktes ein: Eine Person ist einerseits für eine Tätigkeit oder Ausbildung nicht schon dadurch ungeeignet, dass keine Stelle für sie verfügbar ist, andererseits kann nicht von vorhandener E. gesprochen werden, wenn sich langfristig die Situation in einem Beruf und damit auch die von ihm gestellten Anforderungen so verändert haben, dass für Personen des betreffenden Merkmalsbildes jetzt und in absehbarer Zukunft eine Beschäftigungsaussicht nicht besteht. Die praktische Verwendung des E.begriffs ist fast immer prognostischer Art: Was in Bezug auf «Eignung» interessiert, ist ein in (näherer oder fernerer) Zukunft stattfindendes Verhalten des Individuums. Bei jeder Behandlung von Fragen der Berufseignung ist die faktische Heterogenität der Berufe mit Bezug auf die Merkmale der in ihnen tätigen Personen im Auge zu behalten sowie die damit korrespondierende «Multipotenzialität» der Individuen bzgl. der Berufe, die für sie in Betracht kommen. Der Einzelne ist i. d. R. für die verschiedensten Berufswege geeignet. Differentieller Eignungstest, Eignungsdiagnostik, Management-Diagnostik, Personalauswahl.