Ekel, neurophysiologische Grundlagen

 

[engl. disgust, neurophysiological fundamentals], [BIO, EM], Studien mit bildgebenden Verfahren (bildgebende Verfahren) konnten wiederholt zeigen, dass es bei Betrachtung von Ekelreizen zur Aktivierung der Insula (Gehirn) kommt. Die Inselrinde ist ein eingesenkter Teil des Temporalkortex, der in die Wahrnehmung chemischer Reize (Geschmack, Geruch) involviert ist. Diese Funktion stimmt mit der Konzeption des Ekels als nahrungsbezogene Emotion überein. Inwieweit die Insula ein spezif. Ekelprozessor ist oder deshalb durch Ekelreize aktiviert wird, weil diese Hirnregion generell interozeptive Prozesse steuert, ist umstritten. Darüber hinaus ist die Ekelverarbeitung mit verstärkter Aktivierung der Amygdala, Bereichen der Basalganglien und des orbitofrontalen Kortex assoziiert. Weitere neurophysiologische Ekelindikatoren sind eine Reduktion der Herzrate, ein Anstieg der elektrodermalen Aktivität (Schwitzen) und eine Zunahme der elektromyografischen Aktivität (Elektromyografie) des Muskulus levator labii (Lippenheber), der mit der typischen Ekelmimik assoziiert ist.

Referenzen und vertiefende Literatur

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