Elektrodiagnostik

 

[engl. electrodiagnostics], [BIO, DIA], ein Bereich der med. und psychophysiol. Diagnostik, in dem die körpereigenen bioelektrischen Erscheinungen zur Klärung physiol. und psychol. Vorgänge sowie zur Erkennung ihrer Störungen oder Erkrankungen herangezogen werden. Hierzu zählen u. a.: (1) Ableitung und Messung körpereigener, bioelektrischer Ströme: Das Elektrokardiogramm (EKG) unter Verwendung best. standardisierter Elektrodenplatzierungen an den Gliedmaßen und der Brustwand. Aus der relativen Lage und Form der Zacken des EKGs lassen sich sowohl Schlüsse auf die Funktionsweise des Herzens ziehen als auch Leistungs- und Stoffwechselstörungen sowie Schädigungen des Herzmuskels feststellen (psychophysiologische Methodik). Das Elektroenzephalogramm (EEG, Enzephalografie) ist die mithilfe eines Messgerätes (z. B. Galvanometer) über Vielfachverstärker aufgezeichnete Kurve der Aktionsströme des Gehirns, die mittels Elektroden von Kopfhaut und Schädel unter Verwendung standardisierter Elektrodenpositionen abgeleitet wird. Im klin. Bereich wird im Wesentlichen zw. Alpha-, Beta-, Theta- und Delta-Wellen unterschieden. Daneben gibt es Strukturelemente, Graphoelemente in den Kurvenformen, die wie auch Störungen in der rhythmischen Eigentätigkeit des Gehirns auf best. zerebrale Störungen schließen lassen (Feststellung zerebraler Anfallsleiden (Epilepsie), Hirntumoren, Schädel-Hirn-Trauma, Intoxikation) (psychophysiologische Methodik); Elektroneurografie (ENG) zur Erfassung der «Massenpotenziale» einer größeren Anzahl von durch eine elektrische Reizung gleichzeitig erregten Nervenfasern (Nerv) zur Ermittlung der Nervenleitungsgeschwindigkeit. Das Elektromyogramm (EMG) zur Aufzeichnung der Aktionsräume eines erregten Muskels. Das Elektrogastrogramm (EGG) zur Messung der Magenbewegungen an der Hautoberfläche über dem Magen mittels nicht polarisierbarer Elektroden. Die summierten Muskelaktionspotenziale des Magens reagieren äußerst sensitiv auf emot. Reize, Vorstellungen sowie vestibulär-visuelle Wahrnehmungsdiskrepanzen (Schwerelosigkeit im All, Karussell, Seegang). (2) Messung elektrischer Eigenschaften von Zellen oder Zellverbänden: Hierher gehört spez. die Hautwiderstandsmessung (EDA). psychogalvanische Reaktion. (3) Elektrische Stimulation (ESB) mittels exakt lokalisierter Elektroden (auch Tiefenelektroden) zur Prüfung der Erregbarkeit von Geweben oder auch einzelner Zellen (Neuron). Impedanzkardiografie (IKG)

Referenzen und vertiefende Literatur

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