Elektroschock

 

(= E.), syn. elektrokonvulsiver Schock [engl. electroconvulsive shock], [KLI], von Cerletti und Bini in den 1930er-Jahren erstmals angewandte «Therapie» bei psych. Störungen, bes. bei  Depression, Schizophrenie, Manie, Neurose. Über Elektroden an Schläfen oder einseitig über der Temporalregion werden Spannungen bis zu 110 V und Stromstärken von 100–400 mA für mehrere Sek. z. T. an jedem Tag einmal, häufig über Tage appliziert. Führt zu extremen Entladungen der Nervenzellen, ähnl. wie bei Epilepsie mit Bewusstlosigkeit und epileptischen Krämpfen. Retrograde Amnesie unterschiedlicher Dauer ist die Folge. Wiederholte Anwendung führt zu dauerhaften Schädigungen des Gehirns und der Persönlichkeit. E. wird heute sehr zurückhaltend zur Behandlung therapieresistenter Störungen, insbes. Depressionen eingesetzt. Durch medikamentöse Muskelentspannung und Anästhesie können schädliche Nebenwirkungen reduziert werden. Es wird für 60–70% der Elektrokrampftherapie-Pat. von einer Verbesserung berichtet, wobei auch die heutigen verbesserten Elektrokrampftherapie-Techniken Risiken zeigen (Gedächtnisverlust, Nervenschädigungen, Verwirrung).

[Anm. des Hrsg.: Unmittelbar vor Redaktionsschluss wurden wir auf die Überarbeitungsnotwendigkeit dieses Beitrags hingewiesen. Die Elektrokonvulsionstherapie [engl. electroconvulsive therapy] wird von nat. und internat. psychiatr. Fachgesellschaften und von der Bundesärztekammer als wirksame und vgl.weise nebenwirkungsarme Behandlungsmethode für schwere psychische Erkrankungen empfohlen. Eine aktualisierte Version des Beitrags wird baldmöglichst unter portal.hogrefe.com bereitgestellt. Folg. Literatur gibt über den akt. Wissensstand Auskunft: Grözinger et al., 2012, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesärztekammer, 2003, Devanand et al., 1994, Semkovska & McLoughlin, 2010.]

Verwendete Literatur

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