Elementarismus

 

(= E.) [engl. elementaris; lat. elementum Grund-/Urstoff], [KOG, PHI, WA], elementaristische Zugangsweisen in der Ps. basieren auf der Annahme, dass psych. Funktionen, wie Wahrnehmung oder Denken, auf einer Verbindung kleinster Einheiten oder Elemente (in Analogie zu chemischen Elementen) beruhen. Elementaristische Denkweisen in der Ps. sind wesentlich durch die in der engl. Tradition (Locke, Hume) stehende «empiristische Konzeption des Geistes» geprägt, der zufolge sich alle komplexen psych. Funktionen aus einer erfahrungsbasierten Verbindung elementarer sensorischer Elemente ergeben. Elementaristischen Haltungen zufolge resultieren Eigenschaften mentaler Phänomene und Leistungen aus den Eigenschaften der jew. Elemente sowie den Eigenschaften bereichsunabh. Verbindungsmechanismen. Als geeignete Verbindungsmechanismen, durch welche die jew. postulierten Elemente zu «Gestalt», mentalen Bedeutungseinheiten oder Konzepten verbunden werden, werden dabei v. a. Assoziationen (Assoziationismus) und Mechanismen induktiver Inferenz bzw. induktiven Lernens (Induktion) postuliert. Daraus ergibt sich die methodologische Auffassung, dass eine Untersuchung der Prinzipien, auf denen mentale Phänomene und Leistungen beruhen, durch eine Bestimmung entspr. Elemente und Verbindungsmechanismen zu erfolgen hat. Sensorisch und behavioral definierten Elementen wird dabei häufig, v. a. in behavioristisch orientierten Varianten des E., eine bes. Bedeutung beigemessen, woraus sich ein methodologischer Fokus auf Untersuchungen von Reiz-Reaktions-Beziehungen (Lernen, S-R-Theorie) und sog. Kontexteffekte ergeben. Die grundlegende inhaltliche und methodologische Unangemessenheit elementaristischer Konzeptionen wurde in der Geschichte der Ps. in vielfältiger Weise aufgezeigt. Insbes. die Gestaltpsychologie best. sich in explizitem Ggs. zu elementaristischen Konzeptionen. Dennoch durchziehen weiterhin entspr. Haltungen, wenn auch in zumeist impliziter und technisch hochgradig verfeinerter Form, viele Bereiche der Ps. Bsp. sind die Psychophysik in der Wahrnehmungsps. und konnektionistisch orientierte Zugangsweisen.