elterliche Strategien

 

(= e. S.) [engl. parental strategies], [PÄD, SOZ], e. S. umfassen Sozialisationsziele (d. h. Vorstellungen über erwünschte Entwicklungsergebnisse), Ethnotheorien (d. h. Vorstellungen, wie diese Entwicklungsergebnisse erreicht werden können), und Verhaltensweisen (d. h. die Herstellung von Kontexten und sozialem Austausch). Diese sind an übergreifenden kult. Modellen orientiert, die aus dem Zusammenspiel von Autonomie und Relationalität, zwei menschlichen Grundbedürfnissen und zugleich kult. Werten, entstehen. E. S. können als Anpassungen an die Erfordernisse des ökokult. Kontextes verstanden werden, d. h., Kinder auf die Kompetenzen vorzubereiten, die für ein erfolgreiches Leben in einer best. Umwelt notwendig sind. Kulturelle Variation ist daher zwangsläufig. Da kult. Modelle immer mit normativen, wertenden Strukturen verbunden sind, variieren auch die Vorstellungen über gute und schlechte, entwicklungsfördernde und entwicklungshemmende Maßnahmen. Es können zwei Prototypen und Mischformen differenziert werden. Ein Prototyp ist angepasst an die Lebenswirklichkeit von Mittelschichtfamilien aus der westlichen Welt mit einem hohen Grad an formaler Bildung, später Erstelternschaft und wenig Kindern, die in einer Zwei-Generationen-Familie aufwachsen. In diesem Kontext sind Erziehungsstrategien an psych. Autonomie (Autonomieentwicklung) ausgerichtet, die das einzelne Individuum ins Zentrum stellt und auf seine innere Welt von Wünschen, Bedürfnissen, Vorlieben und Intentionen fokussiert. Autonomie wird primär als Selbstbestimmung aufgefasst, was die Def. von Relationalität bestimmt als wandelbare und verhandelbare Austauschprozesse zw. unabh. Individuen. Ein weiterer Prototyp ist angepasst an die Lebenswirklichkeit von subsistenzwirtschaftlich lebenden Großfamilien in der nicht westlichen Welt mit einem geringeren Grad an formaler Bildung, früher Erstelternschaft und hierarchischen Familienstrukturen. In diesem Kontext sind Erziehungsstrategien an relationaler Verbundenheit orientiert, die die soziale Gemeinschaft mit ihren Rollen und Verpflichtungen in den Mittelpunkt stellt und auf das Hier und Jetzt von Verhaltensregulationen fokussiert. Relationalität ist dabei ein Netzwerk von Verpflichtungen, das Autonomie als selbstständiges familienförderliches Handlungssystem versteht. Diese Prototypen sind nicht als Pole einer Dimension misszuverstehen. Darüber hinaus sind vielfältige Kombinationen möglich. independente, elterliche Strategie, interdependente, elterliche Strategie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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