Eltern-Kind-Beziehung

 

(= E.) [engl. parent-child relationship], [EW, SOZ], bez. versch. Aspekte des Verhältnisses zw. Eltern und Kindern. In der Familienps. werden Struktur- von Prozessmerkmalen unterschieden. Strukturelle Merkmale beziehen sich auf das verwandtschaftliche oder gesetzliche Verhältnis zw. Eltern und Kindern. So können Kinder biol. mit beiden ihrer Eltern verwandt sein, sie können von einem oder beiden Eltern adoptiert sein oder zu ihnen in einem Pflegeverhältnis stehen oder als Stiefkind mit einem Elternteil verbunden sein. Prozessmerkmale der E. beziehen sich auf die Qualität des Verhältnisses von Eltern und Kindern. Dies kann in Bezug auf die ganze Familie unter einer systemischen Perspektive (Systemische Therapie) erfolgen, die Familienprozesse als das Ergebnis der wechselseitigen Beeinflussung aller Familienmitglieder betrachtet (Familienbeziehung). Dann wird z. B. das allg. Familienklima erfasst. Dazu gehören Aspekte der Offenheit, Wechselseitigkeit, Harmonie, Streitkultur oder Grenzen. Es kann aber auch das spezif. Generationenverhältnis zw. Eltern und Kindern fokussiert werden. Dabei werden unter der Perspektive, dass Eltern ihre Kinder erziehen, meist die Dimensionen Wärme und Unterstützung sowie Grenzen setzen unterschieden (Erziehungsstile). Durch die vielen zu berücksichtigenden Perspektiven ergeben sich bes. meth. Herausforderungen für die Erforschung von E. Die zentrale Frage dabei ist, wie man die «wahre» Qualität der E. ermittelt. Befragungen einzelner Mitglieder ergeben oft große Diskrepanzen in den Einschätzungen. Reine Beobachtung erlauben keinen Rückschluss auf das Erleben der Beteiligten. Eine Kombination aus Beobachtung und anschließender Befragung zum Erleben der Beteiligten scheint die beste Annäherung an das Interaktionsgeschehen in der E. zu sein.