Elterntrainings, präventive

 

[engl. preventive trainings for parents], [GES, KLI, PÄD], sind meist strukturierte, standardisierte kurzzeitige Gruppenangebote mit dem Ziel einerseits die Erziehungskompetenzen (Erziehung) der Eltern zu steigern, andererseits die psych. Situation der Kinder zu verbessern. Fehlende und unzureichende elterliche Erziehungskompetenzen wie z. B. bestrafendes oder inkonsistentes Erziehungsverhalten (Erziehungsstile), neg. familiäre Interaktionsmuster (Familiensystem, Interaktion, z. B. fehlende Wertschätzung des Kindes), «unsichere» und «entwicklungsarme» Umgebung (z. B. fehlende Förderung der Kinder) zählen zu den wesentlichen familiären Risikofaktoren für die Entwicklung kindlichen Problemverhaltens. Anlässe für die Inanspruchnahme können akute Krisen (z. B. Scheidung der Eltern) oder chronische Belastungen (z. B. ständige Konflikte) sein. Häufige Elemente sind Wissensvermittlung bezogen auf die «normale» kindliche Entwicklung zur angemessenen Betreuung und Förderung, zum Aufbau einer pos. emot. Beziehung zum Kind (Bindung, z. B. Aufmerksamkeit zeigen), sensitive Wahrnehmung kindlicher Bedürfnisse, angemessene familiäre Kommunikation (z. B. wertschätzendes Verhalten) sowie kompetente Erziehungsstrategien (z. B. konsequente Erziehung). Die Methoden sind sehr breit gestreut, von Hausaufgaben und Rollenspielen, schriftlichen Informationen, Lernen am Modell etc. Methoden und Inhalte werden den entwicklungsbezogenen Anforderungen der jew. Zielgruppe angepasst. Je nach Vorliegen von Risikofaktoren werden versch. Stufen präventiver Elternprogramme unterschieden: Universelle Elterntrainings richten sich an die Allg.bevölkerung, selektive Programme richten sich an Personen, deren Kinder aufgrund von sozialen oder biol. Gegebenheiten ein erhöhtes Risikopotenzial für die zukünftige Entwicklung einer kindlichen Störung aufweisen; bei indizierten Programmen liegen die ersten Anzeichen für chronische Problemlagen vor. Darüber hinaus richten sich i. S. der Sekundärprävention (Prävention) auch eine Vielzahl von Programmen an Eltern, deren Kinder bereits unter einer psych. Störung leiden. Elterntrainings verbreiten sich zunehmend und deren Wirksamkeit wird zunehmend untersucht. Mittlerweile liegt auch im dt.sprachigen Raum eine Reihe von gut evaluierten Ansätzen vor. Es können langfristig pos. Effekte erzielt werden, wenn auch die wesentlichen Wirkkomponenten noch unklar sind.

Referenzen und vertiefende Literatur

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