Emotionen

 

(= E.) [engl. emotions; lat. ex (her)aus, movere bewegen], [EM], der Begriff E. bezieht sich auf ein hypothetisches Konstrukt, über dessen Def. keine Einigkeit herrscht. Vielen Def. ist aber gemein, dass es sich um ein komplexes Phänomen handelt, das mit einer Veränderung versch. Komponenten einhergeht. Physiol. Reaktionen (Physiologie) wie ein Anstieg der Herzfrequenz, Schwitzen oder eine Erweiterung bzw. Verengung von Gefäßen (Erröten und Erblassen) kann man relativ gut beobachten bzw. messen. Dies gilt auch für die Verhaltenskomponenten wie die Veränderung der Mimik, Gestik, Körperhaltung und Stimmlage. Schwieriger zu messen ist die Erlebniskomponente, die im dt.sprachigen Raum auch als Gefühl bez. wird. Sie ist nur der «fühlenden» Person selbst zugänglich und kann deshalb auch nur durch Befragung (Interview) bzw. Selbstbericht erfasst werden. Von der Verhaltenskomponente und der physiol. Komponente kann man nicht unbedingt auf die subj. Komponente schließen. Dies liegt zum einen daran, dass es bisher nicht zuverlässig gelungen ist, physiol. Reaktionsmuster eindeutig unterschiedlichen Gefühlsqualitäten wie z. B. Scham, Furcht oder Überraschung zuzuordnen. Die Zuordnung der Verhaltenskomponente zu den Gefühlsqualitäten gelingt zwar besser. Hier besteht aber das Problem, dass Menschen durch Emotionsregulation in der Lage sind, E. zu zeigen, die ihren subj. erlebten Gefühlen nicht entsprechen. E. haben eine wichtige Bedeutung für Motivationsprozesse. Sie leiten zielgerichtetes Verhalten ein und begleiten es. E. entstehen mit Bedürfnissen und wenn die Möglichkeit zur Bedürfnisbefriedigung in Aussicht steht. Sie begleiten zudem die Bedürfnisbefriedigung. Viele Forscher unterscheiden zw. Basisemotionen oder Primäremotionen und komplexen Emotionen, die sich aus den Basisemotionen zus.setzen. Über die Kriterien, nach denen zu bestimmen ist, welche E. in welche Kategorie fallen, herrscht keine Einigkeit. Häufig werden solche E. als Basisemotionen bez., die kulturübergreifend gezeigt und auch verstanden werden. Dies sind versch. Studien zufolge die Emotionen Freude, Trauer, Furcht, Ekel und Überraschung. emotionale Entwicklung.