Emotionen, gruppenbasierte

 

(= g. E.) [engl. group-based emotions], [EM, SOZ], auch soziale Emotionen. Emotionen, die nicht aufgrund eigener, indiv. Handlungen oder Erlebnisse, sondern aufgrund von Gruppenzugehörigkeiten (Gruppe) und mit diesen Gruppen assoziierten Ereignissen und Handlungen empfunden werden. Letztlich best. damit die soziale Identität (Identität und Selbst) eines Individuums maßgeblich dessen g. E. Erste Studien, die rückblickend als Studien zu g. E. betrachtet werden können, fokussierten auf pos. E. wie Stolz und Freude und demonstrierten, dass nach Erfolgen eines Sportteams den Anhängern dieser Teams ihre Gruppenzugehörigkeit bes. wichtig war, was sie etwa durch Tragen von entspr. Kleidung zum Ausdruck brachten (Basking in Reflected Glory). Akt. Arbeiten legen größeres Gewicht auf neg. E. wie Schuld und Scham für Fehlverhalten der ingroupAngst um deren Fortbestehen bzw. Wut und Hass auf eine outgroup. In letzterem Zusammenhang wurde auch vorgeschlagen, die emot. Komponente von Vorurteilen (Vorurteile) als g. E. aufzufassen. Insbes. wird die Rolle von g. E.  z. B. in ethnischen Konflikten (ethnischer Konflikt), Kriegseinsätzen und Ländern mit kolonialer Vergangenheit untersucht. So zeigten Doosje et al. (1998) in einer grundlegenden Studie, dass niederländische Studierende unterschiedlich starke gruppenbasierte Schuld berichteten, abhängig davon, wie die niederländische Geschichte in einem (fingierten) Lexikoneintrag dargestellt wurde, den sie gelesen hatten. Außerdem konnte gezeigt werden, dass Entschuldigungsgesten wie die Unterstützung von Reparationsleistungen durch g.E. beeinflusst sind, ein inzw. gut belegter Befund (Entschuldigungen). Mackie et al. (2008) erarbeiteten ein Rahmenmodell, in dem Selbstkategorisierung und Identifikation (Identifizierung) die entscheidenden Faktoren für das Erleben von g. E. sind. Insgesamt, so die Autoren, zeige das Auftreten von g. E., dass das Erleben von E. nicht ausschließlich ein indiv., sondern auch ein soziales Phänomen sei.

Verwendete Literatur

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