Emotionsdimensionen

 

(= E.) [engl. emotion(al) dimensions], [EM], bereits sehr früh wurden in der Ps. Versuche unternommen, grundlegende Dimensionen zu erkennen, auf die sich die Vielzahl erlebbarer diskreter Emotionen reduzieren lässt. So hat Wundt (1896) ein System vorgelegt, wonach das emot. Erleben durch die Dimensionen Lust und Unlust sowie Spannung und Beruhigung best. wird. In der moderneren emotionspsychol. Forschung wurden meist sprachliche und math. Methoden verwendet, um grundlegende E. zu identifizieren. Hierzu wird zunächst die Häufigkeit des gemeinsamen Auftretens von Emotionen durch Vpn eingeschätzt (Kovarianz-Struktur-Analyse) oder die semantische Ähnlichkeit von Gefühlsbegriffen bestimmt (Ähnlichkeits-Struktur-Analyse). Die auf diese Weise best. Zusammenhänge lassen sich in einer Matrix abbilden, die durch unterschiedliche Dimensionen beschrieben werden kann. Die von Wundt vorgeschlagenen Dimensionen Lust und Unlust (Valenz) sowie Erregung und Ruhe konnten mithilfe dieser Methoden in zahlreichen Untersuchungen empirisch belegt werden. Im Circumplex von Russell (1980) stellen die von Wundt konstatierten beiden Dimensionen orthogonale Achsen dar, wobei die Emotionen kreisförmig um den Schnittpunkt dieser Achsen angeordnet werden. Auf diese Weise ist jede Emotion durch einen spezif. Wert von Valenz und Erregung gekennzeichnet. In versch. motivationalen (Motivation) Modellen der Handlungssteuerung (Handlungsregulation) wird die Valenz als Dimension zu Annäherungs- und Vermeidungsverhalten in Beziehung gesetzt (Neumann & Strack, 2000). Die grundlegende Annahme dieser Modelle ist, dass affektiv pos. Zustände eher zu Annäherungsverhalten und affektiv neg. Zustände eher zu Vermeidungsverhalten prädisponieren.

Eine alternative Möglichkeit besteht darin, nicht nach Dimensionen, sondern nach grundlegenderen Emotionskategorien zu suchen. So unterschieden Shaver et al., 1987 in ihrer Untersuchung zu Ähnlichkeitseinschätzungen von Emotionsbegriffen die Kategorien Liebe, Freude, Überraschung, Ärger, Trauer und Angst. Allerdings existiert kein verlässliches Kriterium dafür, wie viele grundlegende Kategorien zu unterscheiden sind. Ein vollkommen unterschiedlicher Weg wurde von Ekman (1992b) beschritten, der annimmt, dass es sechs sog. Basisemotionen gibt (Freude, Überraschung, Trauer, Ärger, Ekel, Angst), die über Kulturen hinweg eine hohe Ähnlichkeit im Gesichtsausdruck aufweisen und die über ein jew. spezif. physiol. Erregungsmuster verfügen. Emotionen, dimensionale Modelle.

Referenzen und vertiefende Literatur

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