Emotionsdysregulation

 

[engl. emotional dysregulation; gr. δυσ- (dys-) miss-, lat. regula Regel, Maßstab], [EM, EW, KLI], in der Klin. Ps. und Entwicklungsps. wird darunter eine mangelhafte Anwendung funktionaler Emotionsregulationsstrategien bei gleichzeitigem Einsatz abweichender (d. h. dysfunktionaler) kogn. wie verhaltensbezogener Regulationsstrategien verstanden. Der Begriff umfasst eine Unterregulation von Emotionen (= E.; z. B. von Wut im Falle aggressiven Verhaltens, Aggression, klinische Perspektive) sowie eine übermäßige Kontrolle emot. Erfahrungen (z. B. Situationsvermeidung bei andauernder Angst). E.regulation und -dysregulation bilden ein Kontinuum, auf dem die Fähigkeit zur situationsadaptiven Anwendung von funktionalen sowie dysfunktionalen Regulationsstrategien einzuordnen ist. Die Fähigkeit zur E.regulation umfasst demnach den Einsatz spezif. Strategien. Diese haben zum Ziel, pos. wie neg. E. und die mit diesen einhergehenden physiol. Zustände, Verhaltensweisen sowie sozialen Interaktionen zu regulieren. E.regulation erfolgt internal oder external und kann automatisch oder bewusst stattfinden. Sie tritt in Form von Initiierung, Beibehaltung, Hemmung oder Modulation einer E. sowie ihrer Begleiterscheinungen auf und kann sich auf jeden emot. Zustand beziehen. E.regulation beschreibt zielgerichtetes Handeln (Ziele) und betrifft Dauer, Ausdruck, Intensität oder Form einer E. Zu den spezif. E.regulationsstrategien zählen z. B. kognitive Umdeutung, Ablenkung, Rumination/Grübeln, Situationsselektion bzw. -modifikation, Steuerung des E.ausdrucks, Kommunikation von E., Hilfesuchen bei anderen Personen. Eine Vielzahl von wiss. Studien belegt, dass E.dysregulation als transdiagn. Faktor von versch. psych. Störungen (z. B. Depression, Angststörungen, Essstörungen) zu bez. ist. Die Dysregulation von E. ist offensichtlich Bestandteil von mehr als der Hälfte der psych. Störungen nach Achse I und einem Großteil der Störungsbilder nach Achse II des DSM-IV bzw. DSM-5. Emotionsregulation im Kindesalter, Entwicklung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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