Empty-Nest-Situation

 

(= E.) [engl.] leeres Nest; Situation nach Auszug der Kinder], [EW], Phase in der Familienbiografie, deren Beginn zumeist durch den Auszug des letzten Kindes aus dem Elternhaus markiert wird und in der sich als Familienentwicklungsaufgabe Anpassungserfordernisse für die (zumeist) auf ihre Partnerbeziehung geworfenen Eltern wie für das ausgezogene Kind ergeben. Wie bei anderen Übergängen wird davon ausgegangen, dass sich eine neue Balance in etwa eineinhalb bis zwei Jahren herstellt. Allerdings ist tatsächlich von einer ausgedehnteren räumlichen Trennungsphase (auch vor dem eigentlichen Auszug) und einem graduelleren Übergang auszugehen, als der Begriff suggeriert, da häufig aushäusige Aktivitäten der Kinder, eine wochenendweise Rückkehr von Kindern in Studium oder Ausbildung oder eine ausgeprägt selbstständige Lebensform auch schon innerhalb des Haushalts der Herkunftsfamilie gegeben sind. Während früher die Trauer und Anpassungsprobleme bei den Eltern, v. a. den Müttern (Empty-Nest-Syndrom), als Folgen der E. besondere Beachtung fanden, wird inzw. die E. zwar als wichtiger Übergang angesehen, der jedoch im Mittel sogar mit einer Verbesserung der von Alltagsreibereien entlasteten Eltern-Kind-Beziehungen einhergeht.