Encodierprozesse

 

[engl. encoding processes], Encodierung, Enkodierung, [KOG], sind die Verarbeitungsprozesse, anhand derer wahrgenommene und mit Aufmerksamkeit bedachte Reize in Gedächtnisrepräsentationen umgewandelt werden. Die Encodierung (= E.) stellt – neben Behalten und Abruf – eine von drei Phasen des Gedächtnisses dar. Es wird angenommen, dass die episodische Behaltensleistung eine Funktion der E. ist. Dies wird z. B. im Ansatz der Verarbeitungstiefe [levels of processing] von Craik & Lockhart (1972) spezifiziert, der versch. Ebenen der Verarbeitung unterscheidet: von der Verarbeitung der physikal. Reizoberfläche über die phonologische E. bis zur semantischen Verarbeitung. In Experimenten wird die Ebene der Verarbeitung durch Orientierungsaufgaben manipuliert (z. B. «Ist das Wort großgeschrieben?» vs. «Reimt sich das Wort auf Haus?» vs. «Passt das Wort in diesen Satz?»). Wie durch den Ansatz der Verarbeitungstiefe vorhergesagt, ist die episodische Behaltensleistung umso besser, je tiefer ein Stimulus encodiert wurde. Kritik an diesem Ansatz bezieht sich u. a. darauf, dass die versch. Ebenen nicht klar definiert sind und dass sich die Tiefe der Verarbeitung nicht unabhängig von der Behaltensleistung messen lässt. Morris et al. (1977) konnten zeigen, dass oberflächlichere phonologische Verarbeitung dann zu besseren Leistungen führt als eine tiefe Verarbeitung, wenn auch beim Abruf auf Oberflächeninformation zurückgegriffen werden muss (z. B. «Hat sich eins der Wörter auf Maus gereimt?»). Dies spricht für ihren Ansatz der transferangemessenen (Transfer) Verarbeitung (transfer appropriate processing), der die Bedeutung der Überlappung von E. und Abrufprozessen betont. Die episodische Behaltensleistung verbessert sich auch durch Elaboration im Zuge der E. sowie dann, wenn die Informationen selbst generiert als wenn sie nur gelesen wurden (z. B. das letzte Wort eines Satzes einsetzen). Code, Kode, Handlungskontrollmechanismen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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