Encounter-Gruppen

 

(= E.) [engl. encounter groups; encounter begegnen], [KLI], können als ein Versuch aufgefasst werden, ein Sozialisationsdefizit unserer Gesellschaft zu kompensieren, das in mangelhafter Fähigkeit zur Selbstbesinnung und Wahrnehmung sozialer Beziehungen zum Ausdruck kommt. Im sozialen Mikrokosmos einer Gruppe unter emot. günstigen Rahmenbedingungen sollen die Teilnehmer Möglichkeiten zur Selbstentfaltung und zur Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie zur Verbesserung ihrer Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit finden. Die Encounter-Bewegung geht auf humanistische Therapeuten wie C. Rogers und H. Schultz in den 1960er-Jahren zurück (Humanistische Therapien). Es wird dabei auf Erfahrungen aus versch. Therapieformen zurückgegriffen (Gesprächspsychotherapie, Bioenergetik, auch Sensitivity-Training). Derartige Gruppen werden sowohl für Pat. wie auch im präventiven Bereich (Prävention) als psychohygienische Maßnahme mit Nichtpat. durchgeführt. Die E. arbeiten im Hier und Jetzt und sollen dem Einzelnen die Möglichkeit geben, seine pos. Entwicklungstendenzen auszubauen. Dabei stehen soziale und emot. Ausdrucksmöglichkeiten im Vordergrund. Durch entspr. Übungen wird häufig der kogn.-verbale Ausdruck zeitweilig zurückgestellt, um die dort wirksamen Schematisierungen und Abwehrmechanismen zu unterlaufen. In einer spielerisch verfremdeten Darstellung können u. U. nicht akzeptierte Bedürfnisse und Konflikte deutlich werden, die nachträglich verbal-kogn. aufgearbeitet werden. E. sind im Ggs. zu vielen Sensitivity-Trainings personen- und nicht sachorientiert. E. finden vorwiegend Anwendung im Selbsterfahrungsbereich, werden aber auch in der Therapie eingesetzt. Die Wirksamkeit von E. als eigenständiger klin. Methode ist schlecht belegt. TrainingsgruppeGruppendynamik.

Referenzen und vertiefende Literatur

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