Entwicklung, emotionale

 

(= emot. E.) [engl. emotional development], [EM, EW], bez. die durch die Interaktion von genetischen und epigenetischen (Epigenese, Umwelteinflüsse, Lernen) Faktoren bedingte alterskorrelierte Veränderung des Erlebens (Erleben sowie des Kundgebens desselben) von Eigenkörper- und Umgebungszuständen, das diese pos. (Lust) oder neg. (Unlust) bewertet. Der Emotionsausdruck v. a. des Säuglings hat eine wichtige kommunikative Funktion (Kommunikation), da er den Eltern das Befinden des Säuglings signalisiert, womit er nicht nur eine intrapersonale, sondern auch interpersonale Regulationsfunktion hat. Am Beginn der E. drückt der Säugling aus, ob er Schmerzen oder Mangel empfindet oder ob es ihm gut geht. Diese basale emot. Bewertung wird wenige Monate nach der Geburt progressiv ausdifferenziert und verweist auf den evaluativen und damit normativen Charakter von Emotionen. Dazu trägt das soziale Spiegeln der Emotionen durch die Mutter, den Vater, bei, aber auch zum Aufbau und Erhalt von Bindung. Ohne evaluative Emotionen ist kein Lernen möglich, insbes. bei der klassischen Konditionierung und operanten Konditionierung, aber auch beim sprachlich vermittelten, begrifflichen Lernen. Das Schema ist antezedente Bedingung – Emotion – Konsequenz. Lernen funktioniert nicht ohne emot. Evaluation in Form von Belohnung (Verstärkung), Belohnungsentzug oder Bestrafung. Es wird auch gelernt, Situationen, die mit neg. Emotionen verbunden sind, zu vermeiden. Die Interpretation des emot. Ausdrucksverhaltens anderer entwickelt sich zu Empathie und spielt eine wichtige Rolle beim Erwerb einer Theory of Mind (mentalistische Alltagspsychologie, deklarativ-metakognitives Wissen, Vorläufer, soziale Kognition, Entwicklung), aber auch des Selbstkonzeptes (Selbstbild). Dazu gehört auch die Fähigkeit zur Emotionskontrolle im Zuge der Handlungsregulation und dem motivierten Einsatz emot. Ausdrucksverhaltens beim Kommunizieren. Der evaluative Aspekt der Emotionen verbindet sie mit Kognitionen, insbes. sprachlichen, die weiter die Ausdifferenzierung von komplexen Emotionen wie Scham, SchuldStolz und Liebe voranbringen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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