Entwicklung, motorische

 

(= m. E.) [engl. motoric development], [EW, KOG], die m. E. bez. die durch die Interaktion von genetischen (Genetik) und epigenetischen (Umwelteinflüsse, Lernen) Faktoren bedingte alterskorrelierte Veränderung von Motorsystemen (motorische Einheiten, Muskel-Gelenk-Knochensysteme wie Hand-Arm-Kopf, Sprechmotoriksystem, Rezeptoren der Motorsysteme, neuronale Korrelate), mithin also aller Formen von Körperbewegungen, aber auch der Motilität (Beweglichkeit). Diese Veränderungen können nach Anatomie (z. B. Muskel- und Knochenlänge), physiol. und psychomotorischer Leistungsänderung klassifiziert werden. Bewegungen sind Leistungen ((Kraft * Weg) / Zeit), die nach Kondition (Ausdauer) und nach Koordination (Regelung und Steuerung) unterteilt werden können. Letzteres ist v. a. für die psychomotorische Entwicklung (Psychomotorik) interessant, wenn es um die willkürliche Bewegungsinitiierung und -ausführung geht, z. B. beim Greifen (Greifen, Greifbewegungen, frühkindliche(s)), Zeigen, Sprechen, Blicken. Hier ist der Begriff der Zielmotorik wichtig, z. B. bei der Koordination von Blicken und Greifen, da Steuern und Regeln von Körperbewegungen immer mind. ein Ziel impliziert (Auge-Hand-Koordination). Dies fällt unter Sensomotorik, da ohne kinästhetische und v. a. visuelle Rückmeldungen komplexe Bewegungsmuster nicht ausgebildet werden können. Ebenso gehören die Reflexe und ihre Veränderung im Säuglingsalter zum Bereich der Sensomotorik, bspw. der Saug-, Greifreflex und Schreitreflex. Auch die Entwicklung der Stütz-, Haltungs- und Gehmotorik (Gang) ist koordinativer Art, die in den Bereich der Grobmotorik (Ganzkörperbewegungen) fällt, bspw. den Kopf frei bewegen (1.–4. Monat), das Laufenlernen (12.–18. Monat), wobei sich die Grobmotorik vom Kopf zu den Füßen entwickelt (cephalo-caudal). Feinmotorische Leistungen betreffen motorische Teilsysteme, die primär zielmotorisch sind, z. B. die Hand-Körper-Koordination (Hand gezielt zum Mund führen, 1.–3. Monat), Objekte greifen und halten (Pinzettengriff, 7.–12. Monat).

Referenzen und vertiefende Literatur

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