Entwicklung, psychosexueller Ansatz nach Freud

 

[engl. psychosexual development according to Freud], [EW, KLI, PER], Psychoanalyse, Freud hat mit seinem 1905 erschienenen Buch Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie den Begriff der Sexualität revolutioniert (Freud, 1905). In dieser Schrift präsentierte er seine Entdeckung der infantilen Sexualität und deren polymorph perverser Struktur. Er nimmt an, dass die menschliche Sexualität eine lange, konflikthafte Entwicklung (= E.) durchmacht, bevor sie sich im Erwachsenenleben mehr oder weniger unter dem Primat der Genitalzonen und der Fortpflanzungsfunktion organisiert. Die erste Stufe der psychosexuellen E. ist die orale Phase, in der die sexuelle Lust an die Reizung der Mundhöhle und der Lippen gebunden ist. Auf die orale Phase, die das erste Lebensjahr dominiert, folgen die anale (analer Charakter) und die phallische bzw. infantil genitale Phase (phallische Phase), in der der Penis des Jungen und die Klitoris des Mädchens die Hauptquelle sexueller Lust darstellen. Die sog. libidinöse Entwicklung erreicht zw. dem vierten und fünften Lebensjahr, in der phallischen Phase, eine erste Frühblüte der Sexualität. Die zu diesem Zeitpunkt höchst intensiven, auf die Eltern gerichteten, sexuellen Strebungen verfallen dann i. R. des Ödipuskomplexes der Verdrängung und es setzt die, bis zur Pubertät dauernde, Latenzzeit ein. In der Pubertät werden die Sexualstrebungen und Objektbesetzungen der Kindheit wieder belebt und es erfolgen jene inneren Umformungen und Transformationen, die das Sexualleben mehr oder weniger unter dem Primat der Genitalzone versammeln. Entwicklung, psychosexuelle; empirische Bewährung, Persönlichkeitstheorien, psychoanalytische.

Referenzen und vertiefende Literatur

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