Entwicklung, sensorische

 

[engl. sensoric development; engl. sentire empfinden, wahrnehmen], [EW, WA], s.E. bez. die durch die Interaktion von genetischen und epigenetischen (Umwelteinflüsse, Lernen) Faktoren bedingte alterskorrelierte Veränderung von Sinnessystemen (Sinne, Rezeptoren, Sinnesorgane, neuronale Korrelate). Diese Veränderungen können nach Anatomie (z. B. Zunahme der Länge des Augapfels in den ersten beiden Lebensjahren von 17 mm auf 24 mm, Verlust von Papillen der Zunge im Alter), physiol. und psych. Leistungsänderung klassifiziert werden. Für die monokulare Sehschärfe findet man erst mit ca. 1 Jahr einen Visus von 1,0, die Kontrastempfindlichkeit ist bis zum 6.–12. Lebensjahr geringer als bei Erwachsenen, wenngleich ab dem 3. Lebensjahr die Unterschiede der Kontrastempfindlichkeitsfunktionen gering sind, Kinder aber zum Auflösen von Details einen höheren Kontrast brauchen. Die Elastizität der Linse verändert sich altersabhängig: So nimmt die Entfernung des Nahpunktes (Punkt, ab dem die Linse nicht mehr akkommodieren kann) mit dem Alter zu, bei 20-Jährigen liegt er bei 10 cm, bei 40-Jährigen bei 22 cm und bei 60-Jährigen bei 100 cm. Erfasst werden können diese Veränderungen mit Methoden der Physiologie, insbes. der Elektrophysiologie (z. B. Visuell Evozierte Potenziale) und der Ps., Psychophysik (z. B. visuelles Präferenzverfahren bei Säuglingen, sensorische Leistungstestverfahren wie Audiometrie, Skalierungsverfahren).

Referenzen und vertiefende Literatur

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