Entwicklungsphasen, -stufen

 

(= E.p.) [engl. stages of development], [EW], E.p. beschreiben den E.verlauf als eine Veränderungsreihe, in der mehrere Schritte durchlaufen werden. Die Abfolge dieser Schritte soll unumkehrbar sein, was bedeutet, dass keine Stufe übersprungen werden kann. Jede frühere Stufe stellt die Voraussetzung für die nachfolgende dar und soll an ein best. Lebensalter gebunden sein. Die versch. Stufen werden als qual. voneinander versch. verstanden, im Ggs. zu einer bloßen quant. Unterscheidung der Stufen, z. B. einer bloßen Zu- oder Abnahme einer Fähigkeit. Die Stufenabfolge soll auf einen höheren Reife- oder Endzustand zusteuern, der sich wie nach einem inneren Bauplan entfaltet, der universell, also kulturübergreifend wirkt. Als Bsp. für eine solche Stufenabfolge wird oft die motorische Entwicklung) insbes. innerhalb des ersten Lebensjahres gesehen. Generell müssen die Charakteristiken des Stufenbegriffs als E.begriff relativiert werden. Dass ein E.verlauf sich nur in qual. versch. E.p. vollzieht, gilt heute als zu einseitig. Veränderungen, die quant. Charakter haben, werden ebenso als E. aufgefasst. Vergrößert sich z. B. die Menge an Information, die Kinder im Arbeitsgedächtnis aufrechterhalten können, so drückt dieses einen mengenmäßigen Zuwachs aus, der ebenfalls eine E.veränderung darstellt. Heute werden somit sowohl qual. als auch quant. Veränderungen als E. aufgefasst. Die Vorstellung, dass die E. des Kindes immer auf einen höheren Zustand hinsteuert, existiert zwar, aber es werden auch Veränderungen als E. aufgefasst, in denen Rückwärtsbewegungen erfolgen, indem z. B. Verluste, Abbau oder Umstrukturierungen vorkommen. Universelle E.p. werden heute zwar weiterhin thematisiert, jedoch werden in den Entwicklungsbegriff auch differenzielle Veränderungen eingeschlossen. Hierbei geht es darum zu ermitteln, inwieweit es für einen E.bereich interindiv. Verläufe gibt. Selbst in einem so grundlegenden E.bereich wie der Motorik existieren differenzielle E.verläufe. Während innerhalb des ersten Lebensjahres ca. zwei Drittel der Kinder das Laufen vom Sitzen über das Krabbeln und Stehen erlernen, kommt ein Drittel der Kinder ohne das Krabbeln, gleich vom Sitzen zum Stehen zum Laufen. Für solche indiv. unterschiedlichen E.verläufe werden sowohl genetische Unterschiede (Genetik), aber auch unterschiedliche Umwelterfahrungen verantwortlich gemacht.

Verwendete Literatur

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