Entwicklungsstörungen, umschriebene; Psychotherapie

 

[engl. specific developmental disorders, psychotherapy], [KLI], Entwicklungsstörungen, umschriebene; die Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen erfolgt durch eine Sprachtherapie. Dabei sollen insbes. die Sprech- und Kommunikationskompetenzen des Kindes verbessert und die Freude des Kindes am Sprechen erhöht werden. Das Alter und die Schwere der Störung beeinflussen die Gestaltung der Therapiestunden maßgeblich. Kleinere Kinder werden mithilfe spielerischer Übungen zum Sprechen und Verstehen angeleitet, älteren Kindern hilft es, ihnen ihre Sprach- und Sprechfehler bewusst zu verdeutlichen (Sprachproduktion). Es besteht eine zwingende Notwendigkeit, die Eltern in den sprachtherap. Prozess einzubinden und diesen ein sprachförderliches Verhalten näherzubringen (von Suchodoletz, 2013). Motorische Entwicklungsstörungen können durch gezielte ergo- oder physiotherap. Interventionen behandelt werden (Entwicklungsförderung, Frühförderung). Die Therapieansätze in der Ergotherapie und Physiotherapie lassen sich grob in prozess- (Bottom-up-) und aufgabenorientierte (Top-down-) Methoden unterscheiden. Prozessorientierte Behandlungsansätze befassen sich überwiegend mit Körperfunktionen, die zur Ausführung motorischer Aktivitäten benötigt werden. Es wird angenommen, dass eine Verbesserung best. Körperfunktionen automatisch zu einer optimierten Ausführung aller motorischen Fertigkeiten führt. Aufgabenorientierte Ansätze beziehen sich weniger auf das Training best. Körperfunktionen, sondern zielen auf das konkrete Einüben spezif. Alltagsaktivitäten ab. Gemeinsam werden mit dem Kind problembehaftete motorische Alltagsaktivitäten benannt und analysiert, um so die entspr. Tätigkeiten pos. zu modifizieren. Aufgabenorientierte Programme zeigten sich den prozessorientierten Programmen in ihrer Wirksamkeit überlegen (Blank et al., 2012). Bei der Behandlung von Lese- und Rechtschreibstörungen sind neben der Förderung im schulischen Kontext oftmals auch außerschulische therap. Maßnahmen notwendig. Neben gezielten Maßnahmen zur Verbesserung des Lesens und Schreibens, gilt es, das Kind bei der psych. Bewältigung (Coping im Kindes- und Jugendalter) der Störung zu unterstützen und evtl. psych. Begleitsymptome mitzubehandeln. Basis vieler Therapieprogramme ist das lautierende Lesen und Schreiben. Darauf aufbauend erfolgen Wortschatzübungen mit steigendem Schwierigkeitsgrad (Warnke & Baier, 2013). Therap. Maßnahmen zur Behandlung von Rechenstörungen stützen sich zunächst auf das Training basaler Teilleistungsstörungen (Dyskalkulie, Rechenschwäche; Training). Nach jeder therapierten Teilleistungsstörung ist die neue Überprüfung der Rechenleistungen nötig, um den weiteren therap. Bedarf zu überprüfen. Sind alle Teilleistungsstörungen therapiert und die Rechenprobleme bestehen weiterhin, wird mit der eigentlichen Therapie der Rechenfertigkeiten begonnen. Dabei müssen nicht zwangsweise alle Rechenarten behandelt werden. Das Üben der eigentlichen Rechenfertigkeiten beginnt mit der Einübung von Basiskompetenzen (Mengen- und Reihenfolgen erkennen, Größen und Längen schätzen etc.). Anschließend erfolgen Rechenübungen mit und ohne Zehnerüberschreitung in immer größer werdenden Zahlenräumen.

Verwendete Literatur

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