Erfahrungsseelenkunde

 

(= E.), [HIS], das durch Erfahrung gewonnene Wissen psychol. Art. Begriff wird heute als vorwiss. Konzeption gewertet für die psychol. Bemühungen im Aufklärungszeitalter (entspr. dessen Streben nach Bildung und Wissen mit Befreiung von religiösen Dogmen). Menschenbeurteilung und -behandlung, Sammlung von Daten zu normalem und pathologischem Verhalten, Psychografien und Selbstbekenntnisse standen im Vordergrund. Die Physiognomik wurde bes. beachtet. An den schon buchtechnisch hervorragenden vier Bänden «Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe» (1775–1778) von J.C. Lavater nahm auch Goethe tätigen Anteil; und I. Kant behandelte in seiner «Anthropologie» (1798) die «Art, das Innere des Menschen aus dem Äußeren zu erkennen». Eine erste psychol. Zeitschrift «Magazin für Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte» gab K.P. Moritz 1783–1795 heraus. Daneben erschienen sehr beachtete Lehrbücher der E., Repertorien, sog. Denkwürdigkeiten und Experimental-Seelenlehren.

Referenzen und vertiefende Literatur

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