Ergotherapie

 

(= E.) [engl. ergotherapy; gr. έργον (ergon) Arbeit, Wirken], [KLI], früher als Arbeitstherapie/Beschäftigungstherapie bez. In der E. wird mit konkreten, indiv. angepassten Tätigkeiten die Handlungsfähigkeit zur Bewältigung des Alltages erweitert und die Erfahrung eigener Fähigkeiten ermöglicht. E. wird i. d. R. in Institutionen in Verbindung mit anderen therap. Maßnahmen eingesetzt und leistet einen Beitrag zur Therapie, Prävention und Rehabilitation bei psych. und somat. Erkrankungen. E. ist ein aktivitätsorientierter Ansatz, bei dem i. d. R., im Unterschied zur Gestaltungstherapie, die Selbstdarstellung, insbes. die Darstellung psych. Konflikte, von untergeordneter Bedeutung ist. Die Grenzen sind, je nach Ausrichtung der Therapeuten, fließend. Angestrebt wird neben der Förderung konkreter Fähigkeiten (wie Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer) auch die Erfahrung eigener Fähigkeiten und Funktionslust. E. ist seit den 1950er Jahren in den meisten psychiatr. Kliniken integriert. Die Methoden der E. sind vielseitig und lassen sich den Erfordernissen von Situation und Problemlage anpassen. Befriedigende Wirksamkeitsuntersuchungen liegen nicht vor. Die E. findet auch in funktionell-motor. Einsatzbereichen Anwendung. Ergotherapeuten sind vielseitig einsetzbar, so z. B. in der Neurologie, Pädiatrie, Orthopädie.