Eros

 

(= E.) [gr. Gott der Liebe], [EM, KLI, PER], ursprünglich das Verlangen. Einer der ältesten Naturgötter der Griechen. Als kosmologischer E. und Sohn des Chaos das die Welt zeugende Prinzip; als Liebesgott und Sohn der Aphrodite (Amor) das in der Geschlechterliebe waltende Prinzip im Ggs. zur Agape [lat. caritas]. Erstes Auftreten des Namens bei Hesiod. Später wird E. auch allg. als schöpferische Begeisterung aufgefasst. Freud (Psychoanalyse) stellte in seiner zweiten Triebtheorie, die er 1920 in der Schrift «Jenseits des Lustprinzips» publizierte, zwei Triebarten, E. und Todestrieb einander gegenüber. E. umfasst die Sexual- und Selbsterhaltungstriebe und repräsentiert das Lebensprinzip. Während der Todestrieb nach Zerstörung und Auflösung lebender Einheiten strebt, streben die Lebenstriebe des E. danach, immer größere Einheiten zu bilden. E. verkörpert das Bindungsprinzip. Die Sexualität wird i. S. der zweiten Triebtheorie als Prinzip der Vereinigung und das Selbsterhaltungsprinzip als ein homöostatisches Stabilitätsprinzip def. Letzteres besagt, dass sich der psych. Apparat unter der Herrschaft der Lebenstriebe eine Spannungserhöhung gefallen lässt, die zur Verrichtung seiner Leistungsfähigkeit notwendig ist. Der Todestrieb als Gegenspieler versucht diesen anpassungsfördernden lebenswichtigen Spannungsvorrat zu zerstören, aufzulösen und gegen Null zu führen.