errorless learning

 

(= e. l.) [engl. fehlerfreies Lernen], [BIO, KOG], eine von Baddeley & Wilson (1994) entwickelte Lernstrategie für Pat. mit schweren Gedächtnisstörungen (Amnesie). Aufgrund der Amnesie sind die Pat. nicht in der Lage falsche Antworten als solche abzuspeichern. Daher werden im Lernprozess Fehler möglichst vermieden. Die Strategie eignet sich zur Vermittlung von umschriebenen Informationen, ein Transfer auf andere Wissensdomänen oder eine Verbesserung der Gedächtnisleistung per se wird jedoch nicht angestrebt. Z. T. wird die richtige Antwort direkt vorgegeben, und der Pat. spricht diese lediglich nach. Da sich jedoch gezeigt hat, dass es gleichzeitig wichtig ist, die Pat. in eine aktive Lernhaltung zu bringen, liegt die Kunst darin, Abrufhilfen so eindeutig zu gestalten, dass die Pat. keine Fehler machen, sie sollen jedoch die richtigen Antworten selbst generieren (z. B. «Schauen Sie, draußen liegt Schnee, welche Jahreszeit haben wir?»). Techniken, mit deren Hilfe Fehler im Lernprozess vermieden werden können, sind spaced retrieval, die Verwendung von Hinweisreizen und Checklisten (Gedächtnishilfen, externe) sowie das backward chaining. Inzw. wird das e. l. nicht nur für Pat. mit Amnesien sondern auch bei Alzheimerpat. (Alzheimer-Krankheit) und Pat. mit Aphasie eingesetzt. Empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit des e. l. brachten bislang widersprüchliche Ergebnisse (Middelton & Schwartz, 2012). Gedächtnisstörungen, Therapie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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