Erste Hilfe, psychologische

 

(= E.) [engl. psychological first aid], [KLI], psychosoziale Hilfe für z. B. Opfer, Überlebende, Angehörige, Hinterbliebene, Zeugen und Vermissende. Inzw. wird es als selbstverständlich erachtet, dass nicht nur eine med., sondern auch eine psychosoziale Unterstützung nach traumatischen Ereignissen wie nach dem Zugunglück in Eschede, dem sog. Amoklauf in Erfurt oder der Panik auf der Love-Parade in Duisburg kurzfristig gewährleistet ist. E. ist ein modularer Ansatz, um Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien in der Zeit unmittelbar nach einem traumatischen Ereignis (Trauma) helfen zu können. Das Ziel der E. besteht darin, die Belastung (Belastung, psychische) zu reduzieren, bei gegenwärtigen Bedürfnissen zu helfen und adaptives Verhalten kurz- und mittelfristig zu begünstigen. E. wird bei Betroffenen der Allg.bevölkerung und Einsatzkräften eingesetzt und ist damit Teil einer breiter angelegten Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV; Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz, 2011). Inhaltlich orientiert sich die E. an fünf Prinzipien: (1) Sicherheit fördern, soweit es real möglich ist, (2) beruhigen und entlasten, (3) Selbstwirksamkeit (Selbstwirksamkeitserwartung) und Kontrolle der Einzelpersonen bzw. in der Gruppe fördern, (4) Kontakt und Anbindung fördern sowie (5) das Gefühl von Hoffnung stärken. Der gestufte Ablauf und die Gesprächsführung sollten in Simulationen eingeübt und später supervidiert werden. E. ist für den Einsatz in unterschiedlichen Situationen entwickelt worden. PSNV-Kräfte werden ggf. an Betreuungsplätzen und -stellen, mit Einschränkung zu Behandlungsplätzen und Totenablagen eingesetzt. Sie können aber auch zu Notunterkünften, Feldlazaretten, Hotlines und Bürgertelefonen, häuslichen Unglücken, Arbeitsunfällen, Schulen oder anderen Einrichtungen der Gemeinde gerufen werden. Besonderheiten einzelner Bevölkerungsgruppen (z. B. von Kindern und Jugendlichen, Menschen mit Intelligenzminderung oder Migrationshintergrund) sollten bei der Anwendung selbstverständlich berücksichtigt werden.

Referenzen und vertiefende Literatur

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