Erzählschemata

 

(= E.) [engl. narrative schemata], [MD], beinhalten die Erwartungen von Rezipienten an die prototypischen Bestandteile einer Geschichte. Hierzu zählen medienunabhängige Annahmen über den Ablauf einer prototypischen Erzählung, die sich i. d. R. aus einer Exposition (Vorstellung der Protagonisten und des Settings), einem Hauptteil (Aufbau einer Komplikation, Bedrohung sowie Lösungsversuche), einem Höhepunkt (Auflösung der Komplikation, Bedrohung) und einem Schluss zus.setzt. Neben diesen medienunabhängigen Annahmen zum Ablauf einer Erzählung verfügen Rezipienten in der Regel auch über Erwartungen an den Einsatz film- und genrespezifischer Darbietungsformen. Bspw. erwarten Rezipienten in einem Kriminalfilm, dass der Ermittler – zumeist nach einer Reihe von irreführenden Verdachtsmomenten – den Täter überführt. E. tragen zur Formulierung von Hypothesen über den weiteren Verlauf einer Handlung bei und führen durch eine ständige Testung dieser Hypothesen zu mehr Spannung und einem höheren Involvement der Rezipienten in die Geschichte. Weiterhin hat sich gezeigt, dass Erzählungen, die E. verletzen, schlechter verstanden werden.