Erziehungsberatung

 

(= E.) [engl. child guidance], [KLI, PÄD], erfolgt oft als institutionalisierte Beratung in Erziehungs- und Familienberatungsstellen als gesetzlich geregelte Leistung der Jugendhilfe. §§ 27 und 28 KJHG im SGB VIII) für Erziehungspersonen und deren Kinder. Es handelt sich dabei um niedrigschwellige, auch kurzfristig in Krisensituationen zur Verfügung stehende Angebote, die bei der Klärung und Bewältigung indiv. und familiärer Probleme, bei der Lösung von Erziehungsfragen (Medienkonsum des Kindes; Etablierung von Regeln; Erziehungsstile) sowie bei Trennung und Scheidung der Eltern unterstützen sollen. In diesem Kontext handelt es sich um ein kostenfreies Angebot, das i. d. R. von einem multidisziplinären Team (v. a. Psychologen, Sozialarbeiter, Sozial- und Dipl.-Pädagogen sowie Ärzte, Heilpädagogen und Psychotherapeuten) angeboten wird. Kennzeichnend für die Arbeit ist eine Orientierung an alltagspraktischen Problemfeldern, der Einbezug nicht nur der gesamten Familie, sondern auch des sozialen Umfeldes, eine stark präventive Ausrichtung (d. h., es muss keine psych. Störung vorliegen; Prävention) und ein partizipatives Vorgehen. Ein wesentliches Ziel ist es, gerade soziale Randgruppen zu erreichen. Das Themenspektrum ist sehr breit und spiegelt die gesellschaftlichen Problemlagen in der Erziehung wider. Inhaltlich stehen die diagn. Abklärung, Informationsvermittlung und Stärkung der Kompetenzen sowie Ressourcen, Vermittlung an weiterbehandelnde Einrichtungen (z. B. Psychotherapeuten) im Vordergrund. I. R. der E. richten sich die Angebote nicht ausschließlich an die Erziehungsberechtigten, sondern auch an die betroffenen Kinder und Jugendlichen (Jugendberatung). Ebenso vielfältig wie die Anlässe für die Inanspruchnahme sind das Methodenspektrum und die theoretische Orientierung. Zunehmend kann eine Spezialisierung auf best. Themenfelder (z. B. Medien; chronische Erkrankungen) oder Zielgruppen (z. B. Migranten) sowie die Etablierung von präventiven Angeboten (z. B. Elterntrainings, präventive) beobachtet werden. Neben Face-to-Face-Beratungen werden auch mediengestützte Beratungen (wie Telefon, Internet mit Chat-Rooms, Onlineberatung via E-Mail) genutzt, um eine hohe Erreichbarkeit und Niedrigschwelligkeit des Angebots sicherzustellen. Erziehungsberatung, Diagnostik und Beratungsprozess, Hilfen zur Erziehung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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