Erziehungspsychologie

 

(= E.) [engl. educational psychology], [EW, PÄD], befasst sich mit dem Erleben und Verhalten im Zus.hang mit Erziehung als intentionaler Einflussnahme auf die Persönlichkeitsentwicklung. Erziehung ist Fremd- und Selbsterziehung (s. a. Schneewind & Pekrun, 1994). Biol. einschließlich genetisch orientierte Ansätze (Genetik) lassen sich oftmals inhaltlich fortführen durch Phasen- oder Stufenmodelle (Entwicklungsphasen, -stufen, z. B. von Erikson (Entwicklung, psychosozialer Ansatz nach Erikson) oder von Kegan). Tiefenpsychol. (z. B. Entwicklung, psychosexueller Ansatz nach Freud) und lerntheoret. fundierte Modelle (z. B. Entwicklung, lerntheoretische Ansätze; sozialkogn. Theorien; Entwicklung, soziale) erklären Persönlichkeitsentwicklung und die Möglichkeiten intentionaler Einflussnahme. Von bes. Wichtigkeit ist die emotionale Entwicklung (Ulich, 1994) sowie die moralische Entwicklung, z. B. Oser, 1997). Normative Ansätze entwickelt die Ps. kaum selbst, sondern prüft Zielvorgaben z. B. aus der Soziologie oder der Erziehungswissenschaft. E. steht im Kontext von Lernfähigkeit (z. B. Lernen lernen, Lernschwierigkeiten, Weinert & Schrader, 1997), soziales Angewiesensein (Sozialisationsprozess), Erfahrungsbildung und interner Erfahrungsrepräsentation. Der Einfluss von kult. Strukturen auf Bindungsverhalten, Entwicklung von Überzeugungssystemen (s. a. Krampen, 1994), von Identität und Rollen wird z. B. von Oerter (1994) beschrieben.

E. nutzt zur empir. Forschung (Schneider, 1994) hauptsächlich Beobachtungen sowie Befragungen (Interview, bevorzugt in Längsschnitten; Längsschnittuntersuchung) und mehrdimensionale Datenverarbeitungsverfahren wie Faktorenanalyse, Clusteranalyse, Diskriminanzanalyse, Konfigurationsfrequenzanalyse (KFA), multiple Regression, «Kausalmodell»-Analysen (z. B. Pfadanalyse; Kausalität). Ein systemisches meth. Vorgehen zur Untersuchung von Stabilität und Variabilität erworbener Persönlichkeitseigenschaften (Persönlichkeitsmerkmal) am Bsp. der Typ-A-Persönlichkeit zeigt Schneewind (1994).

In der Praxis sind als Sozialisationsbedingungen, -inhalte und -instanzen von bes. Bedeutung die Lehrer-Schüler-Interaktion (Bromme, 1997; Hofer, 1997), die schulischen Kontextbedingungen (Helmke & Weinert, 1997), die Annahme differenzierbarer Erziehungsstile und das Bildungssystem (Fend & Stöckli, 1997; Bildung).

Referenzen und vertiefende Literatur

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