Erziehungswissenschaft

 

(= E.) [engl. educational science], [PÄD], nach dem Zweiten Weltkrieg gegenüber der traditionellen Bez. Pädagogik bevorzugte Bez. für eine wiss. Disziplin, die in Abhebung von Nachbarwissenschaften wie Ps., Soziologie, Philosophie die Erziehungswirklichkeit erforscht. Die Begriffsbestimmung der „allg. Erziehungswissenschaft“ (= a. E.) wird nach Seel und Hanke (2015) dabei über einen Vergleich zur allgemeinen Ps. vorgenommen: So wie die allg. Ps. ihr Forschungsinteresse auf psych. Prozesse, die alle Menschen teilen, richtet und sich somit als Grundlage für viele psychol. Spezialisierungen und auch für Nachbargebiete versteht, so stellt die a.E. die Prozesse der Erziehung und Bildung im Allgemeinen und für alle Menschen gültig in den Mittelpunkt. Sie befasst sich mit der Frage nach allg. päd. Aufgaben und Methoden der optimalen Erkenntnisgewinnung. Somit erhebt sie den Anspruch, die E. und ihre Teildisziplinen «im Hinblick auf ihre gemeinsame wiss. Bedeutung und Sinnhaftigkeit umfassend zu beschreiben und kritisch zu reflektieren». Dadurch soll sie u. a. der fortschreitenden Spezialisierung der E. in immer mehr spezialisierte Teildisziplinen als Korrektiv entgegenwirken und gemeinsame Aspekte erhalten. Des Weiteren beschreibt die a. E. begriffliche, historische und wissenschaftstheoretische Grundlagen und stellt interdisziplinäre Bezüge her, indem sie Erkenntnisse der Philosophie, Anthropologie, Soziologie, Ethnologie und Ps. aufgreift, diese systematisch auf die päd. Praxis bezieht und in Bezug auf Erziehung und Bildung analysiert. 

Referenzen und vertiefende Literatur

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