Es

 

[engl. id; lat. id es], [EM, KLI, PER], ist nach Freud (Psychoanalyse) eine der drei Instanzen des psychischen Apparats,Instanzenmodell). Das Es ist die älteste seelische Provinz, aus der sich die beiden anderen, das Ich und das Über-Ich, entwickeln. Das Es gilt als der triebhafte Teil der Persönlichkeit, als Reservoir ihrer Triebenergie (Triebtheorie). Zum Es gehört nach Freud «alles, was ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, v. a. also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe.» Im Es herrscht das Lustprinzip. Letztlich determinieren die Vorgänge im Es, dessen Triebregungen, das seelische Geschehen. Die Ich-Instanz kann sich dieser Determination nicht entziehen. Das Ich steht zeitlebens in der Abhängigkeit vom Es. Das Ich versucht die triebhaften, leidenschaftlichen Interessen des Es zu erfüllen, indem es sie mit den Ansprüchen des Über-Ichs und den Erfordernissen der Realität zu vereinbaren versucht. Freuds Idee, im Es ein entwicklungsgeschichtlich (ontogenetisch wie phylogenetisch) frühes System zu sehen, das letztlich unser Ich und unser Bewusstsein determiniert, scheint neueren neurowiss. Erkenntnissen, die das Es mit dem limbischen System vergleichen, zu korrespondieren. Neurobiologen gehen davon aus, dass das unbewusste limbische Erfahrungsgedächtnis unser Handeln stärker lenkt als unser bewusstes Ich (Roth & Strüber, 2014) Andere Autoren reaktualisieren Freuds Konzept des Es als archaische Erbschaft auf eine historisch-kulturwiss. Weise und schlagen vor das Es als kult. Gedächtnis zu dechiffrieren.

Verwendete Literatur

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