Essverhalten

 

(= E.) [engl. eating behavior], [GES], beschreibt einen biopsychosozialen Prozess (Bio-psycho-soziales Modell). Der Begriff umfasst alle spezif. Verhaltensweisen (Verhalten), also motorisches (Motorik), emot. (Emotionen) und kogn. Verhalten (Kognition), die in Beziehung zur Aufnahme von Nahrungsmitteln stehen, d. h. Substanzen, die dem Organismus metabolische Energie, Baustoffe, Vitamine und Spurenelemente bereitstellen. E. nimmt in der Lieferkette zw. in Pflanzen gespeicherter Energie und Nahrungssuchverhalten (foraging) auf der einen Seite und Metabolismus und Verbrauch der Energie im Gehirn und in anderen Organe auf der anderen Seite eine entscheidende Schlüsselstellung ein. Wichtige Themen, die E. beschreiben, sind: Nahrungswahl, d. h. die Entscheidung best. Nahrungsmittel zu präferieren, Nahrungsmittelaversion, Geschmacksaversion, Vegetarismus, Veganismus, restriktives E., d. h. eine intensive kogn. Kontrolle, um die Menge der zugeführten Kalorien zu kontrollieren, Essanfälle, induziertes Erbrechen, Abführmittelmissbrauch, Fasten, Diäten. E. wird auf multiplen Ebenen und durch eine Vielzahl von Einflussgrößen geregelt: energetische Bedürfnisse des Gehirns, Selbstregulation des Organismus mit vielfältigen Signalen von der Körperperipherie an das Gehirn, Erfahrungen mit Stabilität der Versorgung und Antizipation der Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, sozialer Status.

Referenzen und vertiefende Literatur

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