Euphorisierung

 

(= E.) [engl. euphorization; gr. εὖ (eu) gut, wohl, φέρειν (pherein) tragen], [BIO, EM, PHA], bez. Herbeiführung eines Zustandes von Wohlbefinden. Unter welchen natürlichen Bedingungen dies bei einzelnen Personen geschehen kann, ist Gegenstand hauptsächlich der Allgemeinen Ps. und Differentiellen Ps., die grundlegenden neurophysiol. Vorgänge zu klären, ist Aufgabe der Biops. Dank der aufschlussreichen Studien an Ratten zur intrakraniellen Selbststimulation mittels implantierter Elektroden kennt man die anatomischen Strukturen dieses mesotelenzephalen dopaminergen Belohnungssystems (Dopamin) recht genau: Es sind Nervenbahnen, die vom vorderen Mittelhirn (Mesenzephalon) ausgehen und den im Endhirn gelegenen Nucleus accumbens erreichen (Gehirn). Ihre Stimulation, bspw. mittels dort eingebrachter Elektroden, ebenso aber durch psychotrope Substanzen oder natürlich vorkommende «lustvolle» Tätigkeiten, setzt Dopamin frei, welches an Rezeptoren an diesem Kern ansetzt (Hernandez, Hoebel, 1992). Auf welchem Wege natürliche Verstärker wie sexuelle Betätigung oder Nahrungsaufnahme diese Bahnen zum Feuern bringen, bleibt noch zu klären; die Angriffspunkte psychotroper Substanzen in diesem Belohnungssystem sind mittlerweile weitgehend verstanden: Kokain und Psychostimulanzien erhöhen durch Reuptake-Hemmung bzw. vermehrte präsynaptische Ausschüttung die Dopaminkonzentration an den Synapsen des Nucleus accumbens; Opioide (etwa Heroin) und Nikotin setzen sich an Bindungsstellen der besagten Neurone im Mittelhirn und veranlassen diese zum Feuern, was letztendlich vermehrte Dopaminausschüttung an ihren Endknöpfchen bewirkt. Die Angriffspunkte der ebenfalls euphorisierenden psychotropen Substanzen Alkohol und Cannabis (Cannabinoide) sind komplizierter; bei ihrem Konsum wird jedoch ebenfalls der Nucleus accumbens angeregt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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